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Konzert / Archiv | Beitrag vom 27.08.2013

Im Brennpunkt

Europäische und arabische Klassik

Orientalischer Kachelschmuck  (Science/W. B. Denny)
Orientalischer Kachelschmuck (Science/W. B. Denny)

"Mittenmang", genau auf der Grenze zwischen Berlin-Kreuzberg und dem Nachbarbezirk Neukölln, geht es musikalisch zur Sache – sehr selten treffen Klavier und Qanun, Brahms und El-Rahbani aufeinander. Beim Festival "Taqasim" am vorletzten August-Wochenende spielen junge Musiker europäische und arabische klassische Musik auf einer Bühne innerhalb eines Festivals.

Beide Konzertabende hat Deutschlandradio Kultur aufgenommen. Sie können sich auf eine hochinteressante und spannungsreiche musikalische Begegnung freuen. Sowohl die Musiker als auch das Publikum haben die Möglichkeit, die Musik "der anderen", die sie vielleicht bisher noch nicht kannten, zu entdecken. Im Spielort Ballhaus Rixdorf gibt es eher selten Konzerte mit klassischer europäischer Musik, andererseits wohnen dort viele Menschen mit orientalischem Familien-Hintergrund, die ebenfalls nicht so häufig klassische arabische oder orientalische Musik auf derart hohem Niveau geboten bekommen.

Bei "Taqasim" treten Musiker auf, die sich in Berlin und in ganz Deutschland einen Namen gemacht haben: Der Oboist Ramon Ortega, der Klarinettist Wenzel Fuchs, die Geiger Dragan Radosavievich und Christoph Streuli und der Cellist Julian Arp. Aus Palästina/Israel kommen die beiden Lautenisten George Kandalaft und Ramsis Qasis, der Zither-Spieler Suheil Nassar, der Geiger Srour Saliba und der Schlagzeuger Anan Awad. Gastgeber ist der Pianist Bishara Haroni, der aus Nazareth stammt und seit fünf Jahren in Berlin wohnt.

"Taqasim" ist ein arabisches Wort und bedeutet in diesem Fall, im Fall der Musik, einerseits so etwas wie "Improvisation", andererseits kann es aber auch eine musikalische Form bezeichnen, also einen musikalischen Satz, der sich aus der Improvisation entwickelt hat (wie ein Präludium oder eine Toccata zum Beispiel in der Barockmusik).

Dieses Festival will talentierte Musiker aus aller Welt zusammenbringen, den musikalischen Nachwuchs in Palästina fördern und die Neugier der Berlinerinnen und Berliner (aller Herkunft) auf unbekannte Musik fördern. Dass ein so komplexes und ausuferndes Werk wie Olivier Messiaens "Quartett auf das Ende der Zeit" hier auf ebenso anspruchsvolle Werke arabischer klassischer Musik der Gegenwart trifft, verspricht spannende Einsichten.



Taqasim
Festival für arabische und europäische klassische Musik
Ballhaus Rixdorf, Berlin
Aufzeichnungen vom 23.08. und 24.08.2013


Franz Schubert
Notturno Es-Dur D 897

George Kandalaft
Trio für Ud, Qanun und Daf

Olivier Messiaen
Quatuor pour la fin du temps

Ramsis Qasis
"Wilada"

ca. 21:20 Uhr Konzertpause mit Nachrichten

Johannes Brahms
Klarinettentrio a-Moll op. 114

Ramsis Qasis
Quartett

Robert Schumann
Fantasiestücke op. 73 (Fassung für Oboe d'amore und Klavier)

Ramon Ortega, Oboe
Christoph Streuli, Violine
Dragan Radosavievich, Violine
Julian Arp, Violoncello
Bishara Harouni, Klavier
Wenzel Fuchs, Klarinette
Muhammad Dasuki, Nay
George Kandalaft, Ud
Ramsis Qasis, Ud
Suheil Nassar, Qanun
Srour Saliba, Violine
Anan Awad, Schlagzeug

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