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Interpretationen | Beitrag vom 13.01.2019

Igor Strawinskys "Sacre du Printemps" in der Fassung für KlavierduoVier Hände für ein Heidenfest

Gäste: Andreas Grau und Götz Schumacher, Pianisten; Moderation: Ilona Hanning

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Der Komponist Igor Strawinsky (1882-1971) (dpa / picture alliance)
Seine Musik kann ganz schön schweißtreibend sein: Der Komponist Igor Strawinsky, hier auf einer späten Fotografie (dpa / picture alliance)

Skandal! In diese Rubrik fiel die legendäre Uraufführung des "Sacre du Printemps" von Igor Strawinsky 1913 in Paris. Der Aufruhr ist verschwunden, die Musik geblieben. Strawinskys eigene Klavierfassung seiner Ballettpartitur lenkt den Blick aufs Wesentliche, auf die Substanz dieses Jahrhundertwerks.

Wenige Stücke haben sich so in die Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts eingeschrieben wie das Ballett "Le sacre du Printemps" von Igor Strawinsky. Als skandalös wurde 1913 die atavistische Choreographie über die brutale Opferung eines jungen Mädchens im heidnischen Russland empfunden. Darüber hinaus erregte die Wildheit nie gehörter Rhythmen Aufsehen sowie die schockierende und zugleich geniale Orchesterbehandlung – von dem gespenstisch hohen Fagottsolo des Beginns bis zu den unisono stampfenden Akkordschlägen des Finales.

Hier geht es zur Playlist der Sendung.

Tanzen auf Tasten

Doch gerade dieses Werk, das nicht zuletzt ein Meisterwerk der Instrumentation ist, liegt auch in einer originalen Fassung für Klavier zu vier Händen vor. Strawinsky selbst spielte es gemeinsam mit seinem Kollegen und Mentor Claude Debussy am Klavier – einer jener nicht dokumentierten Momente der Musikgeschichte, die man zu gerne miterlebt hätte! Später taten sich viele Pianisten und etliche Klavierduos zusammen, um den "Sacre du Printemps" gleichsam in Schwarzweiß darzustellen.

Die Farben der Klaviatur

Zu diesen Interpreten gehören Andreas Grau und Götz Schumacher, die seit drei Jahrzehnten als GrauSchumacher Piano Duo auftreten und die den "Sacre du Printemps" bereits 2013 im Studio der "Interpretationen" Revue haben passieren lassen. Grundlage des Gesprächs ist die Klavierfassung – betrachtet nicht als Skelett der Orchesterversion, sondern als eigenständiges, ungemein perkussives, farbiges Klavierwerk.

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