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Fazit / Archiv | Beitrag vom 12.06.2019

HumboldtforumEröffnung verzögert sich

Moderation: Vladimir Balzer

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Humboldt Forum im neuen Berliner Schloss wird nicht wie geplant in diesem Jahr eröffnet. Es seien noch wichtige technische Fragen im wiederaufgebauten Hohenzollern-Schloss ungelöst. (Lisa Ducret/dpa)
Eine weitere Großbaustelle bleibt Berlin vorerst erhalten: das Humboldtforum. (Lisa Ducret/dpa)

Eigentlich sollte das Berliner Humboldtforum noch in diesem Jahr eröffnet werden. Nun verschiebt sich der Termin auf 2020. Mit einer langen Verzögerung wie beim Flughafen BER rechne er aber nicht, sagt Forum-Generalintendant Hartmut Dorgerloh.

Das wiederaufgebaute Stadtschloss Berlins, das Humboldtforum, wird definitiv nicht mehr in diesem Jahr eröffnet. Die eigentlich geplante Teileröffnung im 250. Jubiläumsjahr des Forschers und Namensgebers Alexander von Humboldt (1769-1859) sei nicht machbar, sagte Forum-Generalintendant Hartmut Dorgerloh. Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung habe bei der Prüfung technischer Anlagen Mängel festgestellt, die erst behoben werden müssen. 

Dorgerloh gab sich demonstrativ gelassen: "Dass die Baustelle in der Zeit der Hochkonjunktur überhaupt noch so gut gelaufen ist und wir da so lange im Zeit- und Kostenrahmen gewesen sind, das war ohnehin für viele Beteiligte ein Wunder." Schuld für die Verzögerung sei eine Mischung aus vielen Umständen, darunter technisches Versagen und Lieferzeiten, etwa von Ersatzteilen. "Heute wartet man auf manche Ersatzteile, habe ich jetzt gelernt, vier bis sechs Wochen." Soweit er den Baufortschritt zum jetzigen Fortschritt einschätzen könne, rechne er aber nicht mit einer dauerhaften Verschiebung wie sie beim Flughafen BER eingetreten sei.

Immerhin arbeiten Bauarbeiter am Humboldtforum

Auch Deutschlandfunk-Kultur-Korrespondentin Claudia van Laak sagte nach einem Pressetermin im Humboldt-Forum: "Ich hatte einen guten Eindruck von der Baustelle." Anders als bei BER-Besuchen habe sie im Humboldtforum Bauarbeiter gesehen, die tatsächlich auch arbeiteten. "Der BER ist ja so eine Geisterbaustelle." Es gebe beim neuen Stadtschloss "einzelne, klare Mängel" wie zum Beispiel die Steuerung der Kältetechnik. Hier seien Leitungen zu niedrig aufgehängt und behinderten den Fluchtweg. 

Für die Ausstellungsmacher sei die Verschiebung möglicherweise positiv, sagt van Laak. Die ursprünglich geplante Ausstellung über Elfenbein und Kolonialismus war ohnehin bereits verschoben worden. "Die Ausstellungsmacher können jetzt noch einmal durchatmen."

Das Interview mit Deutschlandfunk-Kultur-Korrespondentin Claudia van Laak können Sie hier nachhören:

(ske)

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