Hoppenstedt: Migranten sollten sich Muttersprache als Erstes aneignen

Muslimische Mädchen in der Frankfurter Innenstadt © AP
04.03.2011
Aus sprachpädagogischer Sicht habe der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan Recht mit seiner Aussage, dass türkischstämmige Kinder zuerst ihre Muttersprache und dann Deutsch lernen sollten, sagt die Geschäftsführerin des German Insitute for Immersive Learning (GIFIL), Gila Hoppenstedt.
Kinder, deren Muttersprache nicht Deutsch sei, benötigten für diese Sprache dringend Unterstützung, sagte Hoppenstedt, deren Kieler Institut sich dem zweisprachigen Spracherwerb widmet. Ziel müsse es deshalb sein, an Kitas mit vielen türkischstämmigen Kindern zwei Erzieherinnen für Deutsch und Türkisch einzusetzen. Hoppenstedt betonte, wie wichtig es sei, beide Sprachen zu fördern.

"Wir wissen heute aus der Hirnforschung, aus der Sprachenerwerbsforschung international, dass Kinder auf die erste Sprache, auf die Muttersprache zurückgreifen, wenn sie eine neue Sprache lernen", sagte die GIFIL-Geschäftsführerin. Die Muttersprache sei deshalb ein wichtiger Schlüssel für den Erwerb der neuen Sprache. "Nach zwei Jahren Kita intensiv Deutsch und Türkisch übernimmt das Deutsche alle Funktionen, die die Muttersprache hat." Es komme aber darauf an, wie intensiv diese Sprache aufgenommen werde.

Sie können das vollständige Gespräch mit Gila Hoppenstedt mindestens bis zum 4.8.2011 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Player nachhören.