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Tonart | Beitrag vom 28.01.2021

Homeschooling Digital gegen fehlenden Musikunterricht

Von Elisabeth Hahn

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Ein Grundschulkind mit Headset sitzt im Januar 2021 an einem Tisch und macht Homeschooling. Auf dem Tisch steht ein aufgeklappter Laptop. Neben dem Laptop liegen Schulbücher auf dem Tisch. (picture alliance / Fotostand / K. Schmitt)
Ein Gespür für den Klang der Instrumente, Kreativität und Selbstwirksamkeit können digitale Musikangebote Kindern vermitteln. (picture alliance / Fotostand / K. Schmitt)

Musikstücke zusammenstellen, DJ spielen, eine Oper erschaffen: In Apps und auf Webseiten finden sich einige musikalische Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche. Eine gute Möglichkeit, sich auch ohne Musikunterricht kreativ auszutoben.

Das Walross Rose fährt in seiner Badewanne durch die Landschaft und sammelt seine Bandkollegen ein. Am Abend ist es dann so weit: Das Konzert kann beginnen. In der App Banddings jammen die Tiere auf der Grundlage bekannter Kinderlieder - Mitsingen erwünscht! Die Instrumente können ihr Solo spielen, weitere Spezialeffekte sorgen für die richtige Party-Stimmung.

Eine App zum spontanen Musizieren

Banddings ist für Kita- und jüngere Grundschulkinder eine herrliche Abwechslung – (und sorgt, nach eigener Erfahrung, für Lachanfälle beim Kind). Klar, Fachwissen wird hier nicht vermittelt, dafür kriegen die Kinder ein Gespür für den Klang der Instrumente. Vor allem aber wird das spontane Musizieren gefeiert.

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Kreativ und mit viel Humor widmet sich auch die App Bandimal der Musik. Und die kommt hier vom blökenden Schaf, tanzenden Lama oder zuckenden Panda. Die Grundschulkinder werden zum DJ und schulen ihre schöpferischen, rhythmischen und melodischen Fähigkeiten.

Auf einer Art Mischpult können sie Rhythmus, Tonhöhe und Sound der Tiere einstellen – und fertig ist das erste "komponierte" Club-Stück. Klingt immer gut, tanzen kann man dazu auch – und das Kind erlebt Selbstwirksamkeit.

Arien selbst einsingen

Selbstwirksamkeit und kreative Potenziale entdecken Grundschulkinder ab sieben Jahren mit guten Lesekenntnissen auch bei der App Opera Maker. Eine Oper erschaffen - wer kann das schon von sich behaupten? Opera Maker gibt den Kindern eine grobe Dramaturgie vor, alles andere wird selbst konfiguriert.

Das beginnt beim Casting der Figuren, bei der Gestaltung des Bühnenbildes oder der Requisiten. Die Auswahl ist unendlich groß. Und selbst die Arien kann man selbst einsingen. Die Musik kommt aus bekannten Opern wie der Zauberflöte, Carmen oder Hänsel und Gretel. Ach ja: Hier ist es übrigens erlaubt, eine Ouvertüre aus dem Tannhäuser mit einer Arie aus Turandot zu kombinieren. Opernpuristen sollten also lieber die Finger davon lassen…

Die frisch gewonnenen Kenntnisse zur Operndramaturgie und dem Repertoire lassen sich im besten Fall – sobald es wieder geht – mit einem richtigen Opernbesuch verbinden. Bis dahin kann man sich in der App das selbst gestaltete Kunstwerk aus dem Publikum ansehen.

Trompetengeist im "Ton-Dschungel-Camp"

Schulausflüge zum Orchester oder der Big Band sind gerade nicht möglich. Überbrückungshilfe bietet da die WDR Klangkiste. Auf dieser Website stellen die Klangkörper des WDR ihre Instrumente und Stimmen vor – angereichert mit vielen interaktiven Zusatzfeatures.

Auch die Staatsphilharmonie Rheinlandpfalz hat sich der digitalen Musikvermittlung verschrieben. Auf der zugegebenermaßen eher altmodischen Website mit dem Namen "Junge Klassik" finden sich viele wissenswerte Informationen zum Orchester, zur Musikgeschichte und sogar zur Musiktheorie für Kinder von sechs bis zwölf Jahren.

Der Trompetengeist Trompy führt durchs "Ton-Dschungel-Camp" und spricht mit dem Musikpädagogen Jochen Keller über die "geheime" Notenschrift, Intervalle und den Quintenzirkel.

Musik aus dem 20. Jahrhundert tiefgründig entdecken

Für Teenager ab etwa zwölf Jahren stellt die Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz in ihrem Digitalen Klassenzimmer auf Youtube die Instrumente ausführlich vor.

Ebenfalls für Jugendliche – und Erwachsene – ist auch die Website Explore the score gedacht. Entdecke die Partitur. Das Klavierfestival Ruhr denkt digitale Musikvermittlung auf ganz neuem Niveau.

Hier kann Musik aus dem 20. Jahrhundert – von Igor Strawinsky, Pierre Boulez oder Béla Bartok – im wahrsten Sinne des Wortes tiefgründig entdeckt werden. Mit Partituren zum Mitlesen, kurzweiligen Einführungen renommierter Pianisten über Leben und Werk des Komponisten aber auch mit interdisziplinären Videos über die Gehirnaktivität beim Klavierspiel.

Wer sich im Lockdown langweilt oder musikalisch weiterbilden möchte, sollte hier auf jeden Fall vorbeischauen. Das gilt auch für echte Musikprofis.

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