Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem will internationale Präsenz ausbauen

Die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem möchte in den nächsten Jahren ihre internationale Präsenz weiter ausbauen. Deutschland ist aus Sicht des Vorstandsvorsitzenden Dani Dayan der richtige Ort, um diesen Weg zu beginnen, sagte er der Jüdischen Allgemeinen. Ein Teil dieser Strategie soll gemeinsam mit der EU entstehen. Darüber hinaus will man in Nordamerika stärker präsent sein, kündigte Dayan an. In der vergangenen Woche hatte Yad Vashem die Standorte für die ersten Außenstellen im Ausland bekanntgegeben. Innerhalb von drei Jahren soll ein Bildungszentrum mit Hauptstandort in München und Außenstelle in Leipzig eröffnet werden. Weder das Zentrum in München noch die Außenstelle in Leipzig seien ausschließlich für Bayern oder Sachsen gedacht: "Beide Einrichtungen sollen dem gesamten Bundesgebiet dienen", so Dayan. Mit Blick auf die Auswahl der Standorte sagte er: "Wir haben einen sehr gründlichen und professionellen Auswahlprozess durchgeführt, an dem ausschließlich Fachleute beteiligt waren und Politik keinerlei Rolle spielte." Das Vorhaben von Yad Vashem hatte in Deutschland neben Zustimmung auch Kritik ausgelöst. Der Leiter der Frankfurter Bildungsstätte Anne Frank, Meron Mendel, würdigte Yad Vashem für große Verdienste. Es handele sich aber um keine unabhängige Forschungseinrichtung, denn sie sei der israelischen Regierung unterstellt. Er warnte zudem davor, bestimmten Narrativen "langfristig eine Tür zu öffnen", etwa bei der Frage, wo die Trennlinie zwischen berechtigter Israelkritik und Antisemitismus verlaufe.