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Konzert / Archiv | Beitrag vom 27.12.2016

Historische Aufnahmen mit Rudolf KempeDer Junge bleibt hier!

Aufzeichnungen aus Dresden

Rudolf Kempe im Juni 1970 in der Lukaskirche Dresden (W.Wahrig)
Rudolf Kempe im Juni 1970 in der Lukaskirche Dresden (W.Wahrig)

Der Dirigent Rudolf Kempe war gebürtiger Dresdner, besuchte die legendäre "Kapellschule" und wurde Generalmusikdirektor der Sächsischen Staatskapelle. Wir erinnern in Aufnahmen an die kurze Zeit seiner Dresdner "Festanstellung".

"Beruflich waren es bestimmt die schönsten Jahre meines Lebens – der letzte Augenblick im Paradies. Mit Oper, Konzert und Kammermusik das ganze Jahr in einem Haus. Mit einem Ensemble, mit dem man arbeiten konnte. Und mit diesem Orchester…" Zu schön war das, um länger zu dauern – die DDR gängelte und beschränkte alle künstlerischen Bestrebungen. Der in Dresden geborene und aufgewachsene Dirigent Rudolf Kempe gab bereits 1953 alle festen beruflichen Bindungen auf, nachdem ihm von der Sozialistischen Einheitspartei in der Sächsischen Zeitung vorgeworfen worden war, Sinn und Wirkungsweise kulturpolitischer Fördermaßnahmen seitens des jungen Staates DDR nicht verstanden zu haben.

Rudolf Kempe blieb der Sächsischen Staatskapelle Dresden verbunden – diese enge Bindung war für Ihn wichtig, weil seine Geburtsstadt auch kulturelle Heimat blieb. Von außen betrachtet war es eine Leidensgeschichte - das Orchester und Kempe wurden auf harte Proben gestellt, es gab Intrigen und Vorwürfe von offizieller Seite, Honorarbeschränkungen und Verleumdungen. 

Die Zusammenarbeit verfestigte sich, nachdem die Bevormundungen weniger wurden. Gemeinsame Aufnahmeprojekte konnten realisiert werden, der legendäre Richard-Strauss-Zyklus, Konzerte im Kulturpalast. Wenige Monate vor seinem Tod 1976 dirigierte Rudolf Kempe seine Kapelle noch einmal – das Programm war bedeutungsschwer: Benjamin Brittens "Sinfonia da Requiem".

Ausschnitte aus Konzerten im Kulturpalast, Produktionen in der Lukaskirche,
Aufführungen im Großen Haus des Staatstheaters

Franz von Suppé
Ouvertüre zur Operette "Ein Morgen, ein Mittag, ein Abend in Wien"

Carl Maria von Weber
"Wolfsschluchtszene" aus der Oper "Der Freischütz"

Bernd Aldenhoff, Tenor – Max
Kurt Böhme, Baß – Kaspar
Hannes Haegele, Sprecherstimme – Samiel
Chor der Staatsoper Dresden      

Robert Schumann
Konzert für Klavier und Orchester a-Moll op. 56

Malcolm Frager, Klavier

Richard Strauss
Mondscheinmusik aus Capriccio op. 85

Richard Wagner
Fliedermonolog aus der Oper "Die Meistersinger von Nürnberg"

Ferdinand Frantz, Bariton

Richard Strauss
Walzerfolgen aus dem 1. und 2. Akt aus "Der Rosenkavalier" op.59

in allen Werken: Rudolf Kempe dirigiert die Staatskapelle Dresden

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