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Zeitfragen / Archiv | Beitrag vom 23.05.2018

Historiker über Dreißigjährigen KriegAnnäherung an die Mentalität der frühen Neuzeit

Historiker Andreas Bähr im Gespräch mit Winfried Sträter

Der Tods des schwedischen Königs Gustav Adolf in der Schlacht bei Lützen (1632) (imago)
Der Tod des schwedischen Königs Gustav Adolf in der Schlacht bei Lützen (1632) – eine der Hauptschlachten des Dreißigjährigen Krieges. (imago)

Heute vor 400 Jahren begann der 30-jährige Krieg, der später als "Urkatastrophe der deutschen Geschichte" bezeichnet wurde. Wie die Menschen damals das Grauen wahrgenommen haben, hat der Historiker Andreas Bähr ergründet.

Ende November 1618 gab es im Heiligen Römischen Reich ein seltenes Schauspiel zu erleben: Ein Komet mit langem Schweif zog sein Bahn, ein Komet, der in riesigen Zeiträumen, in Millionen Jahren, einmal am irdischen Firmament auftaucht. Diesen Kometen hat man 1618 aber nicht als faszinierendes Himmelsschauspiel gesehen, sondern Zeichen für großes Unheil, das über die Erde kommen werde.

Auf der Erde hatte der Krieg bereits begonnen, der das Zentrum Kontinentaleuropas, die deutschen Lande, heimsuchte. Die deutschen Lande waren damals zerrissen von der Glaubensspaltung seit Martin Luthers Reformation. Sie waren aufgeteilt in zahllose Herrschaften unterhalb des großen Dachs, des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Größere politische Mächte im Umfeld - Frankreich im Westen, Schweden im Norden - lauerten, um ihre Macht auszudehnen. Und so verwüsteten politisch und religiös gespeiste Kriege 30 Jahre lang Mitteleuropa.

Ungewöhnlicher Blick

Der Krieg war so schrecklich, dass die Erinnerung an ihn Generationen in den Bann hielt – bis zur Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts und den noch verheerenderen Kriegen bis 1945.

Andreas Bähr, Historiker in Berlin und Frankfurt an der Oder, hat im vorigen Jahr ein Buch veröffentlicht, das einen ungewöhnlichen Blick auf den Dreißigjährigen Krieg wirft: "Der grausame Komet. Himmelszeichen und Weltgeschehen im Dreißigjährigen Krieg". Es ist ein Versuch zu ergründen, wie die Menschen die Welt damals wahrgenommen haben.

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