Historiker kritisiert Feiern zur Walpurgisnacht

Tanz ums Feuer, Hexenkostüme und brennende Puppen - die Walpurgisnacht, die traditionell in Nord- und Mitteleuropa in der Nacht zum 1. Mai gefeiert wird, ist dem Historiker Kai Lehmann ein Graus. "Da stockt einem schon ob der Unwissenheit wirklich der Atem", sagte er im Deutschlandfunk. Die vielen tausend unschuldigen Opfer der Hexenverfolgung habe man nicht im Blick, sagte der Leiter des Schlossmuseums Wilhelmsburg im thüringischen Schmalkalden. Auch Hexenkostüme an Karneval oder Halloween oder die Kinderfigur Bibi Blocksberg sieht er kritisch. Ihre Wurzeln hat die Walpurgisnacht möglicherweise in heidnischen Frühjahrsbräuchen. Am Abend des 30. April sollen die Hexen im Harz zum Brocken geritten sein, um sich dort am Feuer mit dem Teufel zu paaren. Richtig populär wurde die Walpurgisnacht zu Beginn des 19. Jahrhunderts durch Goethes "Faust". Darin überredet Mephisto Faust, an einer Hexenfeier teilzunehmen.