Historiker: Dirigent von Karajan kein Hitler-Sympathisant

    Der österreichische Dirigent Herbert von Karajan dirigiert neben Mikrofonen 1939 eine Plattenaufnahme im Studio der Deutschen Grammophon in Berlin.
    Wie überzeugt war Herbert von Karajan vom Nationalsozialimus? Eine neue Biografie versucht das zu klären. © picture-alliance / dpa
    Das historische Bild des Dirigenten Herbert von Karajan leidet seit Längerem unter seiner NSDAP-Mitgliedschaft. Der Historiker Michael Wolfssohn will ihn nun von einigen Vorwürfen freisprechen. Karajan sei kein überzeugter Nationalsozialist gewesen, sagte Wolfssohn in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".
    Der langjährige Chefdirigent der Berliner Philharmoniker sei 1935 wie viele andere Deutsche aus Opportunismus in die NSDAP eingetreten und nicht, weil er ein überzeugter Nationalsozialist war. Der gebürtige Österreicher Karajan wollte seine Karriere absichern, so Wolfssohn in dem Interview. Der Historiker hat im Auftrag der Karajan-Stiftung eine neue Biografie über den Dirigenten verfasst, die dessen Verstrickung in den NS-Apparat untersuchen soll. Als Basis dienten dabei vor allem Karajans private Briefwechsel mit seiner ersten und zweiten Ehefrau. Das Buch mit dem Titel "Genie und Gewissen: Herbert von Karajan zwischen Musik und Nationalsozialismus" erscheint kommenden Montag.