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Donnerstag, 20.09.2018
 
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Jazz / Archiv | Beitrag vom 02.01.2018

HighlightsJazz im Januar

Von Matthias Wegner

Die kanadische Sängerin und Pianistin Laila Biali  (Rockie Nolan)
Die kanadische Sängerin und Pianistin Laila Biali (Rockie Nolan)

Gleich im Januar geht es in die Vollen. Auch im Jahr 2018 gibt es zahlreiche Jahrestage und historische Bezüge in die Jazzgeschichte, denen wir nachgehen. Neben besonderen Live-Mitschnitten widmen wir uns zudem Musiker-Legenden wie Quincy Jones oder Olli Ahvenlahti, stellen aber auch zahlreiche aktuelle Projekte vor: Frederik Köster, Laila Biali oder Camille Bertault.

Dienstag, 2. Januar / Tonart Jazz, 1:05 – 5:00 Uhr
Die Rare-Groove-Legende Olli Ahvenlahti meldet sich zurück

Olli Ahvenlahti  (Klaus Elfving)Olli Ahvenlahti (Klaus Elfving)

Mit gerade mal zwei Alben hat sich der finnische Pianist Olli Ahvenlahti in die Geschichte des Rare-Grooves eingebrannt: mit "The Poet" und "Bandstand" von 1975 bzw. 1976. Nur in Finnland und dort auch nur auf einem kleinen Label erschienen, wurden diese Platten zu sehr teuren und extrem gesuchten Sammlerstücken, nachdem der britische DJ Gilles Peterson das Stück "Grandma’s Rocking Chair" in den 90er Jahren zu einem Club-Hit machte. Ahvenlahti war mittlerweile längst von der Jazz-Szene verschwunden und verdiente sein Geld mit Filmmusiken, Schlagern und als Leiter des Orchesters, das die finnischen Kandidaten beim Grand Prix de la Chanson D’Eurovision begleitete. Jetzt ist er mit einem lupenreinen und sehr überzeugenden Jazz-Album zurück. Andreas Müller hat die lebende Legende in Helsinki zum Interview getroffen. 

Moderation: Andreas Müller

Mittwoch, 3. Januar / Tonart, 11:07 und 15:30 Uhr
Die Jazzkolumne

Autor: Matthias Wegner

Montag, 8. Januar / Tonart am Vormittag, 11:35 Uhr 
Historische Bezüge im Jazzjahr 2018

Der US-Pianist Hank Jones, aufgenommen auf dem 44. San Sebastian Jazz Festival im Jahr 2009 (picture-alliance/ dpa / epa efe Juan Herrero)Der US-Pianist Hank Jones (picture-alliance/ dpa / epa efe Juan Herrero)

Wie 2017 gibt es auch in diesem Jahr zahlreiche historische Bezüge zur Jazzgeschichte und etliche Jahrestage, die von Bedeutung sind. Bereits 1928 wurde der Berliner Delphi Palast eröffnet, der bis in die 1940er Jahre einer der heißesten Jazzschuppen Europas war. Zudem können bedeutende Festivals wie  Montreux oder Newport ihren 50. Geburtstag feiern. Außerdem wären zahlreiche Musikerlegenden 2018 100 Jahre alt geworden: Darunter Marian McPartland, Hank Jones und Eddie Jefferson.

Autor: Stephan Wuthe  

Montag, 8. Januar / In Concert, 20:03 – 21:30 Uhr 
Jazzfest Berlin 2017: Mônica Vasconcelos und Band

Die Sängerin Mônica Vasconcelos beim Jazzfest Berlin  (Camille Blake  )Die Sängerin Mônica Vasconcelos beim Jazzfest Berlin (Camille Blake )

Zu den besonders erfreulichen Konzerten beim diesjährigen Jazzfest in Berlin gehörte der Auftritt der brasilianischen Sängerin Mônica Vasconcelos und ihrer Band. Mit einer verblüffenden Bühnenpräsenz interpretierte Vasconcelos politisch motivierte Musik aus ihrem Heimatland. Mônica Vasconcelos wurde in Sao Paulo geboren, lebt aber mittlerweile in London. Als Redakteurin und Moderatorin des BBC World Service produzierte sie zahlreiche Radiosendungen über die Geschichte der Bossa Nova-Musik und das Leben in Brasilien unter der Militärdiktatur, die von 1964 bis 1985 herrschte. Vasconcelos ist aber vor allem auch eine ausdrucksstarke, hochtalentierte Sängerin. Ihr Programm beim Jazzfest basierte zum Großteil auf ihrem aktuellen Album "Sao Paulo Tapes" mit Bearbeitungen von Liedern legendärer Songschreiber wie Chico Buarque, João Bosco, Ivan Lins und Caetano Veloso, das Roberyt Wyatt produziert hat. 

Mônica Vasconcelos and Band
Mônica Vasconcelos, Gesang
Steve Lodder, Piano
Ife Tolentino, Gitarre
Andrés Lafone, Bass
Yaron Stavi, Bass
Marius Rodrigue, Schlagzeug
Ingrid Laubrock, Saxofon

Jazzfest Berlin, Haus der Berliner Festspiele, Seitenbühne
Aufzeichnung vom 02.11.2017
Moderation: Matthias Wegner

Dienstag, 9. Januar / Tonart Jazz, 1:05 – 5:00 Uhr
Quincy Jones: The Hit Man

Der Musikproduzent Quincy Jones im Jahr 2015 beim Sommerempfang des Bayerischen Landtags. (picture-alliance / dpa / Ursula Düren)Quincy Jones (picture-alliance / dpa / Ursula Düren)

Diese Tonart Jazz schaut ausführlich auf den Produzenten Quincy Jones. Von Soundtracks (u.a. "In der Hitze der Nacht", "Die Farbe Lila") über seine Arbeit mit Frank Sinatra, Michael Jackson, den zahllosen Jazzern (u.a. Herbie Mann, Clark Terry, Hubert Laws) bis zu seinen eigenen Platten. Wie hat sich die Handschrift dieses Jahrhundertproduzenten über die Jahrzehnte verändert? Wie hat sein Verständnis als Jazz-Arrangeur die Arbeit mit Pop- und Soulmusikern später beeinflusst? Unter das Grammy-Foto schrieb Jones übrigens: "Kenne Deine Kunst, wie Deine Westentasche. Und wenn Du liebst, was Du tust, werden die Belohnungen von allein folgen."

Moderation: Oliver Schwesig

Montag, 15. Januar / Tonart am Vormittag, 11:35 Uhr 
Der Trompeter Frederik Köster im Orchester-Kontext

Der Trompeter Frederik Köster mit seiner Band (Kurt Rade)Der Trompeter Frederik Köster mit seiner Band (Kurt Rade)

Der Kölner Trompeter Frederik Köster gehört mittlerweile zu den etablierten Kräften der deutschen Jazzszene, vor allem aufgrund seiner eigenen – stets spannenden - Projekte. Eine seiner Working Bands nennt sich "Die Verwandlung". In diesem Quartett spielt Köster zeitlosen Modern Jazz, der von vielfältigen Einflüssen lebt. Auf dem neuen Album "Homeward Bound Suite" präsentiert sich die Band diesmal allerdings mit Orchester und schlägt damit ein neues Kapitel in der Bandgeschichte auf.

Autor: Jan Tengeler

Dienstag, 16. Januar / Tonart Jazz, 1:05 – 5:00 Uhr
Höhepunkte vom Chicago Jazz Festival 2017

(Peter Purgar)Die Jazzsängerin Dee Alexander (Peter Purgar)

Chicago ist nicht nur für den frühen Jazz von zentraler Bedeutung. Bis heute gibt es dort eine sehr vitale Szene mit einem eigenen Sound, fundiert auf energetischem Hard-Bop und stark geprägt von der AACM-Bewegung (Association for the Advancement of Creative Musicians). Außerdem gibt es in Chicago ein sehr bedeutendes Festival mit weltweiter Ausstrahlung, auf dem 2017 u.a. George Freeman, Dr.Lonnie Smith und Dee Alexander auftraten.

Moderation: Lothar Jänichen

Mittwoch, 17. Januar / Tonart, 11:07 und 15:30 Uhr
Die Jazzkolumne

Autor: Jan Tengeler

Montag, 22. Januar / Tonart am Vormittag, 11:35 Uhr 
Coltrane auf Französisch: die Sängerin Camille Bertault

Die französische Sängerin Camille Betrault (Paul Rousteau)Die französische Sängerin Camille Betrault (Paul Rousteau)

Bis heute beziehen sich junge Jazzmusikerinnen und Musiker auf den vor über 50 Jahren verstorbenen Saxofonisten John Coltrane und auf dessen großes Erbe. Die französische Sängerin Camille Bertault gibt auf ihrem neuen Album dem legendären Stück "Giant Steps" einen Text, singt und scattet scheinbar mühelos und doch sehr emotional über Coltranes Werk. Rasend schnell, unglaublich sanft und mit wilder Freiheit singt sie aber nicht nur Jazzstandards, sondern verleiht auch der Aria aus den Goldberg-Variationen von Johann Sebastian Bach eine Stimme oder interpretiert französische Popsongs wie Comment te dire adieu von Serge Gainsbourg. Somit ähnelt ihr Album auch mehr der vielseitigen Künstlerin selbst als dem dazugehörigen Genre - dem Jazz.

Autorin: Ilka Lorenzen

Montag, 22. Januar / In Concert, 20:03 – 21:30 Uhr 
Rauchige Stimme, dunkle Beats: Melanie De Biasio live in Berlin

Melanie De Biasio  (Jérôme Witz )Melanie De Biasio (Jérôme Witz )

Zu den musikalischen Höhepunkten im vergangenen Herbst zählte das Berliner Konzert der belgischen Sängerin und Flötistin Melanie De Biasio. Mit ihrer rauchigen, vollen Stimme spricht sie einen direkt im Herzen an, ihre hervorragende Band versteht es wunderbar, diese Ästhetik noch weiter zu verstärken.

Melanie De Biasio, Gesang und Flöte
Pascal Mohy, Piano 
Pascal Paulus, Keyboards und Gitarre
Alberto Malo, Schlagzeug

Columbia Theater Berlin
Aufzeichnung vom 13.11.2017

Moderation: Matthias Wegner

Dienstag, 23. Januar / Tonart Jazz, 1:05 – 5:00 Uhr
"Berlin / London"-Projekte beim Jazzfest Berlin 2017

Der Pianist Kit Downes mit Band im Club A-Trane (v.l.n.r. Kit Downes, Lucy Railton, Philipp Gropper, Oliver Steidle). (Camille Blake )Der Pianist Kit Downes mit Band im Club A-Trane (v.l.n.r. Kit Downes, Lucy Railton, Philipp Gropper, Oliver Steidle) (Camille Blake )

Sowohl in Berlin als auch in London gibt es sehr lebendige Jazzszenen. Ein musikalischer Austausch untereinander findet bislang allerdings nur in Ansätzen statt. Beim Jazzfest Berlin 2017 wurden an drei Abenden im Rahmen der "Berlin-London-Conversations" Musiker beider Szenen in einen künstlerischen Dialog gesetzt, darunter Kit Downes, Jean-Paul Bourelly und Silke Eberhard.

Moderation: Manuela Krause

Montag, 29. Januar / Tonart am Vormittag, 11:35 Uhr 
Ein Meisterwerk der Reduktion

Dieter Ilg und Till Brönner (Chris Noltekuhlmann )Dieter Ilg und Till Brönner (Chris Noltekuhlmann )

Till Brönner ist eine wichtige Symbolfigur für den deutschen Jazz. Der Trompeter rennt mit seinem künstlerischen Ansatz und seiner Klangästhetik viele offene Türen ein und füllt nach wie vor spielend große Hallen. Sein neues Album "Nightfall" hat er im Duo mit dem Bassisten Dieter Ilg eingespielt. Ein Meisterwerk der Reduktion, dennoch mit einer großen Vielfalt an Klangfarben.

Dienstag, 30. Januar / Tonart am Vormittag, 11:05 Uhr 
Die kanadische Sängerin und Pianistin Laila Biali

Die kanadische Sängerin und Pianistin Laila Biali  (Rockie Nolan)Die kanadische Sängerin und Pianistin Laila Biali (Rockie Nolan)

Als kanadische Musikerin mit Jazzaffinität muss man stets mit Vergleichen zu eingeführten Persönlichkeiten wie Diana Krall oder Joni Mitchell rechnen, zumindest kann man diese Referenzgrößen nicht ignorieren. Die Sängerin Liala Biali (geboren 1978 in Vancouver) hat allerdings mittlerweile ihren eigenen Sound und ihre eigene Ästhetik gefunden. Mit einer prominent besetzten Band u.a. mit dem Trompeter Ambrose Akinmusire hat sie nun Ihr Debüt beim deutschen Label ACT Music vorgelegt.

Autorin: Sophia Fischer

Dienstag, 30. Januar / Tonart Jazz, 1:05 – 5:00 Uhr
Jitterbug jive – Tanzleidenschaft in den Songs der 1930er und 40er Jahre

Ein Paar tanzt im Jahr 1939 im The Savoy Club in Harlem, New York, den Swingtanz Lindy Hop. (imago/United Archives International)Ein Paar tanzt im Jahr 1939 im The Savoy Club in Harlem, New York, den Swingtanz Lindy Hop. (imago/United Archives International)

Die Swingzeit war eine schnelllebige Epoche, in der sich die Modetänze blitzschnell ablösten. Sie wurden oft musikalisch beschrieben. Manchmal gab es auch einen Song, aber der besungene Tanz setzte sich nicht durch oder man vergaß, ihn zu erfinden. Lindy Hop ist heute in aller Munde, aber wer kennt den "Push Out", den "Blue Drag", den "Uptown Lowdown", den "Penguin" oder den "Big Apple"? Einzelnen Tanzfiguren im Lindy Hop und seinen Vorläufertänzen, wie "Truckin'", "Peckin'" und "Suzie Q" sind eigene Songs gewidmet. Man wollte hip sein und stets informiert wirken. Nichts war tragischer, als die letzten Entwicklungen auf dem Parkett verschlafen zu haben.

Moderation: DJ Swingin' Swanee

Konzert

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