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Interview | Beitrag vom 04.10.2018

Herrenhaus-Besitzer Robert UhdeViel Arbeit, wenig Romantik

Robert Uhde im Gespräch mit Ute Welty

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Herrenhaus Vogelsang in Mecklenburg-Vorpommern (DOMUSimages / Alexander Rudolph)
Herrenhaus Vogelsang liegt nahe der Mecklenburgischen Schweiz. Robert Uhde kaufte es im Jahr 2010. (DOMUSimages / Alexander Rudolph)

Ein Herrenhaus in Mecklenburg-Vorpommern: Diesen Traum hat sich Robert Uhde vor acht Jahren erfüllt. Sein Alltag allerdings ist weniger traumhaft: Ein so großes Haus sei schwer zu bewirtschaften, vor allem, wenn heiratswütige Pärchen vor der Tür stehen.

Momente des Zweifelns hat Uhde in den vergangenen Jahren immer wieder erlebt. Sein Herrenhaus Vogelsang, das nach und nach saniert wird, sei "ein Lebenswerk", sagt er, "man hängt fest". Doch Uhde möchte, dass in die Gutshäuser und Schlösser in Mecklenburg-Vorpommern wieder Leben einkehrt. "Das sind die Gesichter des Dorfes, diese Gutshäuser", sagt er. "Ich finde wichtig, dass diese Häuser Kunst und Kultur leben."

Herrenhaus Vogelsang in Mecklenburg-Vorpommern (DOMUSimages / Alexander Rudolph)Herrenhaus Vogelsang liegt zwischen Güstrow und Rostock. Besitzer Robert Uhde engagiert sich im Schlösserverein Mecklenburg-Vorpommern. (DOMUSimages / Alexander Rudolph)

Sehnsucht nach Kerze und Waschschüssel

Zugute kommt Besitzern wie Uhde der Trend zum neuen Landleben oder auch "digital detox", die Sehnsucht nach "Kerze und Waschschüssel". Für welches Nutzungskonzept man sich entscheide, sei eine Frage der Einstellung: "Es muss mit dem Menschen, der dort reingeht, ganz viel zu tun haben, sonst ist man relativ schnell einfach durchgekocht, weil so ein Haus ist groß, es ist unheimlich schwer zu bewirtschaften, es ist voller Arbeit."

Mit Events und Inszenierungen kann Uhde sein Geld verdienen - etwa beim mondänen barocken Tafeln oder mit Hochzeiten. Gerade damit hat er seine besonderen Erfahrungen gemacht: "Wenn Hochzeiten bei uns im Haus laufen, das ist es einfach irre. Wir versuchen ja mittlerweile jedem heiratswütigen Pärchen zu erklären, dass sie mindestens von unserer Seite noch sechs Leute dazu brauchen. Wenn Sie das nicht haben, laufen Sie sich einen Wolf." (bth)   

Wie können alte Schlösser und Herrenhäuser in Europa heute genutzt werden? Damit befasst sich eine internationale Konferenz an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder vom 4.-7 Oktober 2018. Der Titel lautet: "Managing manorial heritage – scaling and balancing public and private issues". 

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