Seit 10:05 Uhr Im Gespräch

Montag, 01.06.2020
 
Seit 10:05 Uhr Im Gespräch

Kompressor | Beitrag vom 20.05.2020

HBO-Serie "The Plot against America"Keine Geschichtsstunde - aber lehrreich

Susanne Luerweg im Gespräch mit Timo Grampes

Beitrag hören Podcast abonnieren
Szene aus der Serie "The Plot Against America" (HBO)
In der Serie "The Plot against America" greift Fliegerlegende und Nazi-Sympathisant Charles Lindbergh (Ben Cole) in den USA nach der Macht. (HBO)

Was wäre geschehen, wenn in den USA mit Charles Lindbergh ein Nazi-Sympathisant US-Präsident geworden wäre? Eine neue HBO-Serie greift diesen fiktiven Fall auf und erzählt ihn als packende Geschichte einer jüdischen Familie in New Jersey.

Was, wenn die Geschichte einen anderen Lauf genommen hätte? In Quentin Tarantinos Film "Inglorious Basterds" wird Hitler samt Schergen in einem Pariser Kino in die Luft gesprengt, sehr zur Freude des Kinopublikums und der unter der deutschen Besatzung leidenden Franzosen.

Noch häufiger regieren die Nazis in Serien, Büchern und Filmen einfach weiter, weil sie den Krieg gewonnen haben. So wie in den Serien "SS GB", die ein von Nazideutschland regiertes Großbritannien zeigt.

Nun widmet sich eine weitere Serie dem Sieg der Nazis, diesmal in den Vereinigten Staaten: "The Plot against America" basiert auf einem Buch von Philip Roth, der kurz vor seinem Tod dem Sender HBO noch das "Go" für die sechsteilige Serie gab. Sie erzählt, was gewesen wäre, wenn der Fliegerheld und Nazi-Sympathisant Charles Lindbergh 1940 statt Roosevelt zum US-Präsidenten gewählt worden wäre und mit Hitler und Konsorten paktiert hätte, statt dem NS-Regime den Krieg zu erklären. Auch deutsche Zuschauer können sich das jetzt - auch als Synchronfassung - über Sky oder Sky Ticket anschauen.

Fantastische Schauspieler

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die jüdische Großfamilie Levin in Newark im Bundesstaat New Jersey und die schleichenden gesellschaftlichen Veränderungen in den USA, mit einem wachsenden Antisemitismus. Kritikerin Susanne Luerweg hat sich die Serie angesehen und findet: "Es ist keine Geschichtsstunde, aber dennoch sehr lehrreich." Fakten und Fiktion würden vermischt. Die Serie zeige so jedoch sehr gut, wie "die Banalität des Bösen" funktioniere.

Optisch sei die Geschichte "fantastisch" umgesetzt. "Wir werden praktisch nach 1940/41 katapultiert." Auch die Schauspieler glänzten – allen voran der aus "Homeland" bekannte Morgan Spector, Zoe Kazan, John Turturro oder Winona Ryder.

(mkn)

Fazit

Nachruf auf ChristoMeister der Verhüllung
Verhüllungskünstler Christo (Britta Pedersen/dpa)

Der Künstler Christo ist tot. Er starb im Alter von 84 Jahren in seiner Wohnung in New York. Mit seinen monumentalen Werken wurden er und seine Frau Jeanne-Claude weltberühmt. Zuletzt hatte er an der Verhüllung des Arc de Triomphe in Paris gearbeitet.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur