Hasskommentare und eine Morddrohung: Theaterstück über Wal "Timmy" löst Unmut unter Gläubigen aus

Am Ernst Deutsch Theater in Hamburg wurde Mitte Juli ein Stück über den gestrandeten Buckelwal "Timmy" uraufgeführt. Christliche Motive in der Inszenierung haben eine Debatte ausgelöst - und dem Ensemble nach eigener Aussage zahlreiche Hasskommentare und eine Morddrohung eingehandelt. Der Regisseur des Stückes "Timmy - Die Hope stirbt zuletzt", Alexander Klessinger, sagte der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA), die Drohung sei als private Nachricht auf dem Instagram-Account eines Schauspielers eingegangen und daraufhin angezeigt worden. Die Hamburger Polizei bestätigte entsprechende Ermittlungen. Die nächsten Aufführungen sollen laut Klessinger von Sicherheitskräften geschützt werden. In dem Stück werden die Rettungsversuche und der Medienhype um den im Frühjahr gestrandeten Wal aufgegriffen. Das Tier wird am Kreuz dargestellt und als eine Art Erlöser inszeniert. Katholische Theologen kritisierten das.
Der Theologe Joachim Valentin sagte im Deutschlandfunk, bei der Verherrlichung Jesu Christi handele es sich nicht um irgendeine blinde Idealisierung
. Die Vorstellung, dass Christen einem Wahn anhingen - wie diejenigen, die den Wal verehrt hätten - sei ein logischer Kurzschluss, der ästhetisch, aber nicht inhaltlich funktioniere. Er stelle in Frage, ob es sich dabei wirklich um Kunst handle. Regisseur Klessinger betonte dagegen, die Kirche sei eine einflussreiche Institution und müsse öffentlichen Widerspruch aushalten. "Da, wo Dinge Unantastbarkeit beanspruchen, muss die Kunst meines Erachtens ran", sagte der Regisseur der KNA. Eine Grenze sei erreicht, wenn einzelne Gläubige diffamiert würden oder ihnen der Glaube abgesprochen werde. Das sei aber nicht das Ziel des Stücks.