Hartnäckiges und Glänzendes

Der Protestsong "Nem Tetszik a Rendszer" wurde zur Hymne der ungarischen Protestbewegung. © Laszlo Beliczay/AP/dapd
18.03.2012
In Budapest wird Proteststimmung vertont und in Bukarest kommt es vor, dass kritische Journalisten um Autogramme gebeten werden. Das Neonlicht beschäftigt sich in dieser Woche mit Hartnäckigem. Aber auch mit Glänzendem: kostspieligen Uhren beispielsweise und türkischen Soaps.
Beitrag Neonlicht, Deutschlandradio Kultur (MP3-Audio) Proteststimmen aus Budapest
Von Tobias Feld
Als in Budapest zu Beginn des Jahres Zehntausende gegen die Gängelung der Medien, des Verfassungsgerichts oder der Opposition protestierten, durfte sie nicht fehlen: Dorottya Karsay. Immer wieder macht die 28-jährige Sängerin und Soziologin mobil gegen die Regierung Victor Orbans. Ihr Protestsong "Nem Tetszik a Rendszer" - "Ich mag das System nicht" geriet dabei zur Hymne der ungarischen Bewegung.

Beitrag Neonlicht, Deutschlandradio Kultur (MP3-Audio) Von wegen "nur eine Zeitschrift"
Von Annett Müller
Vier junge Journalisten aus Bukarest haben sich gewagt, ein Magazin herauszubringen, das den Spielregeln des rumänischen Medienmainstreams widerspricht. Sie sind kritisch, frech, beschäftigen sich mit Randgruppen, berichten über umstrittene Wirtschaftsprojekte und legen ihrem Heft - wie sonst üblich - keine Schnäppchenartikel bei. Die Macher von "Decat o revista" - auf Deutsch: "Nur eine Zeitschrift" wollen beweisen, dass man in Rumänien auch mit ernsthaftem Journalismus Erfolg haben kann.

Der Uhrmacher aus dem Diamantdistrikt
Von Thomas Schmidt
Wie ein Chirurg reiht Dimitrie Vicovanu seine Miniaturwerkzeuge auf, bevor er sich dem Eingriff widmet. Der 73-Jährige ist New Yorks "Master of Time". In einem kleinen Ladengeschäft im Diamantdistrikt in Manhattan repariert der Rumäne wertvolle antike Chronometer. Ein aussterbender Beruf in einer Zeit, in der Smartphones die Uhr am Handgelenk verdrängen.

Beitrag Neonlicht, Deutschlandradio Kultur (MP3-Audio) Herzschmerz "Made in Turkey"
Von Luise Sammann und Fatih
Montags "Ask-i Memnu" (Verbotene Liebe), dienstags "Ask ve Ceza" (Liebe und Strafe), und mittwochs "Süphe" (Zweifel). Ab 20:00 Uhr flimmern in der Türkei täglich Serien über den Bildschirm. Soaps Made in Turkey boomen und locken längst auch über die Landesgrenzen hinaus Millionen Menschen vor den Fernseher. Und so verwundert es nicht, dass immer mehr Besucher vom Balkan oder aus arabischen Ländern nach Istanbul reisen, um einmal die Drehorte ihrer Lieblingsserie in Augenschein zu nehmen.