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Nachspiel / Archiv | Beitrag vom 27.01.2019

Handballtrainer Martin HeubergerBundestrainer, Beamter, Bundestrainer

Von Uschi Götz

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Martin Heuberger, ehemaliger Cheftrainer der deutschen Handballnationalmannschaft, im Time-Out (picture alliance / Eibner-Pressefoto)
Martin Heuberger, ehemaliger Cheftrainer der deutschen Handballnationalmannschaft, im Time-Out (picture alliance / Eibner-Pressefoto)

Martin Heuberger coacht seit Ende 2018 die deutsche Junioren-Handball-Nationalmannschaft. Seit 30 Jahren arbeitet er im Profisport, war lange Co-Trainer von Heiner Brand. Eine Auszeit vom Profisport verbrachte er im Landratsamt.

"Ich musste eigentlich gar nicht so lange überlegen. Wenn man sein Hobby wieder zum Beruf machen kann, gibt es eigentlich nichts Schöneres."

Martin Heuberger, der fast zwei Meter große Typ, ist zurück. Die Nachricht machte schnell die Runde, "seine Jungs" gehörten zu den ersten, die ihm per Handy gratulierten. 

Mit "seinen Jungs" meint der 54-Jährige die Männer der Handballnationalmannschaft. Als Trainer der Jugendnationalmannschaft hat er sie in jungen Jahren mitgeprägt.

"Im Prinzip fast alle: Uwe Gensheimer, Patrick Groetzki, Patrick Wiencek, Hendrik Pekeler, Steffen Weinhold, Silvio Heinevetter. Das hat mir immer Spaß gemacht, die Jungs auf ihrem sportlichen Weg begleiten zu dürfen, und so blicke ich schon mit Argusaugen auf diese Jungs."

"Ich bin sehr mannschaftstaktisch orientiert"

Als Juniorenbundestrainer löste Heuberger André Haber ab, sein Vertrag läuft zunächst bis 2023. Mit dem Schwarzwälder will der Deutsche Handballbund wieder mehr Kontinuität in diese zentrale Position des Trainerteams bringen.

Anfang Januar versammelte Heuberger seine neuen Spieler zu einem mehrtägigen Training in Kamen bei Dortmund. Ein paar Tage später flog die Junioren-Nationalmannschaft zu einem Vierländerturnier nach Spanien.

"Ich habe schon meine Idee und Philosophie, was die Abwehr angeht. Ich bin sehr mannschaftstaktisch orientiert, das soll als gesamtes Gefüge funktionieren."

"Also es läuft sehr gut, wir machen sehr viel Kleingruppe, sehr viel Taktiktraining, weil wir jetzt auch neue Sache machen mit ihm, da jetzt auch zusammenfinden müssen, das klappt aber sehr gut."

Erklärt Lukas Stutzke vom TSV Bayer Dormagen, Kapitän Tim Mattes von den Füchsen Berlin ergänzt:

"Bis jetzt ist der erste Eindruck ein guter Eindruck. Handballspielen bleibt ja das Gleiche, ein paar taktische Veränderungen hat Martin schon vorgenommen."

"Das hat schon wehgetan"

Heuberger ist ein sehr erfahrener Trainer. Mit den Junioren wurde er in früheren Jahren Welt- und Europameister. 2011 übernahm er die DHB-Auswahl von Heiner Brand. Mit Platz 5 erreichte er mit dem Team bei der WM in Spanien noch einen ganz passablen Platz.

Doch für die darauffolgende Weltmeisterschaft konnte sich die Mannschaft nicht mehr qualifizieren auch nicht für die olympischen Spiele. Als Konsequenz wurde Heuberger 2014 entlassen

"Damals, als mein Vertrag nicht verlängert wurde, das hat schon wehgetan. Wir sind damals knapp in der Quali gescheitert und war natürlich eine schwierige Situation, aber die habe ich dann für mich relativ gut verarbeiten können und dann habe ich das Kapitel abgehakt gehabt."

Nach einer dreijährigen Auszeit trainiert er seit 2017 die männliche A-Jugend des TuS Schutterwald. Seit Herbst spielt die Mannschaft in der Junioren-Bundesliga. Längst führt Heuberger wieder ein geregeltes Leben. Als Diplom-Verwaltungswirt ist er Personalamtsleiter beim Landratsamt Offenburg. Im Dezember klopft der DHB an, fragt, ober er wieder zurückkommt:

"Das war relativ schnell alles, die Entscheidung, muss ich sagen. Es kam der Anruf Anfang Dezember, als wir uns kurz zusammengeschlossen haben, uns ausgetauscht. Ich bin froh, dass auch das Landratsamt mir da entgegengekommen ist, mich frei gestellt hat, und gesagt hat, ich kann, wenn ich möchte, relativ schnell gehen."

Und schon ein paar Tage später war Martin Heuberger weg.

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