Hamburger Kulturpreis umbenannt: Namensgeber war NSDAP-Mitglied

    Der langjährige Intendanten des Ohnsorg-Theaters, Christian Seeler hält am 04.07.2017 auf der Bühne seines Theaters in Hamburg die Biermann-Ratjen-Medaille in den Händen.
    Jahrzehntelang erhielten Kulturschaffende für ihre Verdienste vom Hamburger Senat die Biermann-Ratjen-Medaille © picture alliance / Georg Wendt /
    In Hamburg wurden Kulturschaffende mit besonderen Verdiensten fast 50 Jahre lang mit der Senator-Biermann-Ratjen-Medaille geehrt. Doch jetzt benennt der Senat den Preis um - weil der Namensgeber NSDAP-Mitglied war. Laut einem Bericht der "Welt" hat der ehemalige Kultursenator Biermann-Ratjen das selbst angegeben - und zwar 1943 in einem Aufnahmeantrag an die Reichsschrifttumskammer, als er einen Roman veröffentlichen wollte. Der jetzige Kultursenator Brosda sagte, die Diskussion um die Vergangenheit des Namensgebers müsse in aller Differenziertheit weiter geführt werden. Das soll seiner Meinung nach aber unabhängig von der Ehrung von Personen geschehen, die sich heute für die Kultur in der Hansestadt starkmachen. Deshalb heißt die Auszeichnung künftig schlicht "Medaille für Kunst und Kultur in Hamburg". Das erste Mal wird sie als solche im Sommer vergeben - und zwar an den Gründer der Hamburger Initiative Stolpersteine und "Gedenktafeln Hamburg", Peter Hess.