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Konzert / Archiv | Beitrag vom 15.11.2018

Hamburger Kammermusikfest InternationalGroßes Sextett und Fagott allein

Moderation: Volker Michael

Elisaveta Blumina (Mathias Beyer)
Elisaveta Blumina (Mathias Beyer)

Ein Solowerk für Fagott, neue Musik für Horn allein und Bläserklaviertrio, nicht zuletzt das hochromantische Sextett des Münchners Ludwig Thuille - im Kleinen Saal der Hamburger Laeiszhalle ist für Abwechslung gesorgt.

Immer im November gibt es in Hamburg eines der nicht so zahlreichen Kammermusikfestivals der Hansestadt- die Pianistin Elisaveta Blumina lädt dann renommierte Kollegen ein, um ausgefallene Werke und Lieblingsstücke zu spielen. Das Hamburger Kammermusikfest International findet sowohl in der Elbphilharmonie statt wie auch an anderen Orten, zum Beispiel in der "guten alten" Laeiszhalle.

Hoher musikalischer Anspruch

Den Veranstaltern, dem privatfinanzierten Verein Musikförderung e.V., geht es nicht so sehr um den Glamour des neuen Mega-Konzertsaals, sondern um die musikalischen Inhalte. Und die sind auch in diesem Programm, das wir am vergangenen Montag im Kleinen Saal der Laeiszhalle aufgenommen haben, sehr besonders und zeigen die Originalität des Kammermusikfests und seinen hohen musikalischen Anspruch.

Musik aus und für Haifa

Naama Tamir ist eine junge Komponistin aus Haifa, sie schrieb das "Encore für Radek" speziell für den tschechischen Hornisten Radek Baborák. Mit der an der Berliner Universität der Künste lehrenden Flötistin Christina Fassbender wird Elisaveta Blumina die Fünf Stücke von Mieczysław Weinberg spielen. Das Werk dieses polnisch-sowjetischen Komponisten liegt der Festivalleiterin besonders am Herzen.

Solo, Trio und Sextett

Sehr persönlich ist das Werk "Blumine Manufaktur", das der Berliner Fagottist Mathias Baier dem Festival gewidmet hat. Er arbeitet seit vielen Jahren mit der Festivalleiterin und ihren verschiedenen Musikerformationen zusammen. Der Beginn huldigt dem Musikgenie Bach und der universellen Verwendbarkeit seiner Werke - ein Orgelstück wie seine Triosonate BWV 525 klingt nicht weniger adäquat und transparent in der Fassung für Bläsertrio.

Musikerinnen und Musiker des 9. Hamburger Kammermusikfests International (Volker Michael)Musikerinnen und Musiker des 9. Hamburger Kammermusikfests International (Volker Michael)

Ebenfalls ein Bläsertrio hat der Komponist Benjamin Yusupoff geschrieben und der Stadt Haifa gewidmet. Der Künstler stammt aus Sowjet-Tadschikistan und hat sich als kreativer und vielseitiger Komponist international einen Namen gemacht. Ein großes spätromantisches Sextett des Richard-Strauss-Freundes Ludwig Thuille dominiert den zweiten Teil des Konzerts.

Hamburger Kammermusikfest International
Laeiszhalle Hamburg, Kleiner Saal
Aufzeichnung vom 12. November 2018

Johann Sebastian Bach
Triosonate für Orgel Nr. 1 BWV 525
bearbeitet für Oboe, Fagott und Horn

Mathias Baier
"Blumine-Manufaktur" für Fagott solo

Mieczysław Weinberg
Fünf Stücke für Flöte und Klavier 

Naama Tamir
"Encore für Radek" für Horn solo 

Benjamin Yusupoff
"Haifa" für Klarinette, Fagott und Klavier

Ludwig Thuille
Sextett für Flöte, Oboe, Klarinette, Horn, Fagott und Klavier B-Dur op. 6 

Christina Fassbender, Flöte
Clara Dent, Oboe
Tibor Reman, Klarinette
Mathias Baier, Fagott
Radek Baborák, Horn
Elisaveta Blumina, Klavier

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