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Interview | Beitrag vom 05.04.2019

Hamburger Haus von Helmut SchmidtAuf der Suche nach den Menthol-Zigaretten

Magnus Koch im Gespräch mit Stephan Karkowsky

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Zigarettenschatulle von Helmut Schmidt (Steffen Hofemann)
Diese Zigaretten in der Schatulle von Helmut Schmidt schmecken wahrscheinlich nicht nach Pfefferminz. (Steffen Hofemann)

Das Wohnhaus von Bundeskanzler Helmut Schmidt kann in Hamburg besichtigt werden. Magnus Koch, der die Führung erarbeitet hat, räumt mit einem Mythos über den legendären Raucher auf.

Ab sofort können Interessierte das Wohnhaus von Helmut Schmidt in Hamburg besichtigen. Jeden Monat dürfen allerdings nur 24 Besucher das Haus betreten, die Führung ist auf Monate hinaus ausgebucht. Das Haus soll dem Willen der Familie Schmidt entsprechend als Gedächtnisort bewahrt werden, quasi eingefroren für die Ewigkeit.

Magnus Koch von der Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung hat das Konzept für die Führung durch das Haus erarbeitet. Dort ist alles noch so, wie Helmut Schmidt es stehen und liegen gelassen hat. "Es steht sehr viel einfach rum", sagt Koch im Deutschlandfunk Kultur. Volle Bücherregale, Mitbringsel, Andenken, Geschenke - für die Bewahrer des Schmidt-Erbes eine Herausforderung.

Der Schreibtisch von Helmut Schmidt. (Steffen Hofemann)Der Schreibtisch von Helmut Schmidt kann bei Führungen in Augenschein genommen werden. (Steffen Hofemann)

Auf 140 Quadratmetern lebte der Altkanzler. Diese zeigten ein bewegtes und arbeitsreiches Leben, sagt Koch. Das Herz des Hauses sei das Arbeitszimmer - Schmidt habe sehr viel gearbeitet und wenig geschlafen. Zu sehen sei auch der kleine Flügel, der im Wohnzimmer steht, und das Sofa, auf dem er Staatsgäste empfing. "Die Welt zu Gast in Langenhorn", hieß es anno dazumal.

Jeden Winkel des Hauses dürfen die Besucher aber nicht erkunden. Sicherheitspersonal wird dafür Sorge tragen, dass die Aschenbecher von Schmidt auch im Haus bleiben und nicht als Andenken irgendwo anders landen. Wer es nicht schafft, einen Platz in einer Führung zu ergattern, kann zumindest im Internet an einem virtuellen Rundgang teilnehmen.

Das Wohnhaus von Helmut und Loki Schmidt (Steffen Hofemann)Bücher, Bilder, Andenken: Das Wohnhaus von Helmut Schmidt ist original erhalten. (Steffen Hofemann)

Ein Besuch in dem Haus kann auch dazu beitragen, mit einem Mythos über den legendären Kanzler aufzuräumen: Es hieß einst, Schmidt, der Menthol-Zigaretten liebte, habe riesige Mengen davon gekauft und diese zu Hause gelagert - nachdem klar war, dass diese verboten werden würden.

"Das ist eine dieser wunderbaren Mythen, die sich verselbstständigt haben", sagt Koch. "Das stand mal irgendwo, und dann haben es alle abgeschrieben." Man habe die Zigarettenvorräte noch nicht gefunden. Es sei "aber natürlich eine schöne Geschichte", räumte er ein.

(ahe)

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