Samstag, 18.08.2018
 

Konzert zum Nachhören | Beitrag vom 27.05.2018

Händel-Festspiele Halle 2018"Ormisda" - ein Pasticcio von Georg Friedrich Händel

Moderation: Mascha Drost

Marktplatz in Halle/Saale mit Händel-Denkmal und Logo der Händel Festspiele (Thomas Ziegler/Händelfestspiele)
Händel und "sein" Logo zu den Händel-Festspielen Halle (Thomas Ziegler/Händelfestspiele)

Man nehme eine Hand voll gut geschriebener Arien, egal aus welchem Werk, versehe sie mit neuem Text und schon ist eine neue Oper daraus gebacken. Dieses radikale Zusammenmixen war zu Händels Zeiten ein anerkanntes Musik-Rezept und nannte sich „Pasticcio“.

Schnelle Mixtur für die Bühne

Diese Technik des "Zusammenmischens" beherrschte auch Georg Friedrich Händel. Für sein Opernprojekt "Ormisda" suchte er sich 1730 einen beliebten Stoff. Seine Wahl fiel auf das exotische Textbuch von Apostolo Zeno mit einer Geschichte, die von tausend und einer Nacht inspiriert wurde und sich um den König von Persien namens Ormisda dreht.

Beliebte Orientstoffe

Die Handlung erzählt die Geschichte um den alten, schwachen Orientkönig Ormisda, der zwei Söhne hat. Beide verstehen sich hervorragend, bis sie sich einigen müssen über Thron und die Hand der begehrenswerten, armenischen Prinzessin, wobei diese Hand an den Thron gebunden ist. Allerdings wollen beide die junge Frau an ihrer Seite sehen. Zerwürfnisse und gewalttätige Rangeleien folgen. Ob eine Versöhnung möglich ist, entscheidet sich erst in der letzten Szene.

An der Handlung entlanghangelnd suchte Händel nach passenden Gesangsnummern. Je bekannter und beliebter diese waren, desto besser für sein Pasticcio. Färbte der Erfolg der einen oder anderen Nummer auf seine Kreation ab. Fündig wurde Händel unter anderem bei den Komponisten Leonardo Vinci, Johann Adolf Hasse und Giuseppe Maria Orlandini. Mitunter passte er Arien und Ensembles an seine verfügbaren Sänger an, die Rezitative schuf er neu.

Die Briten spielen

Das junge Ensemble Opera Settecento aus England erweckt unter der Leitung von Leo Duarte dieses unbekanntes Händel-Pasticcio auf historischen Instrumenten wieder zum Leben. Vokale Unterstützung erfahren die Musiker durch ein großartiges, junges Solistenensemble, darunter Preisträger der Londoner Handel Singing Competition vergangener Jahre.

Georg Friedrich Händel (Bearbeiter)
"Ormisda" HWV A3
Pasticcio mit Musik von Leonardo Vinci, Johann Adolf Hasse, Giuseppe Maria Orlandini u.a.
Libretto: Apostolo Zeno

Marie Lys, Sopran - Artenice
Ciara Hendrick, Alt - Palmira
Hugo Hymas, Tenor - Ormisda
Maria Ostroukhova, Alt - Arsace
Christopher Jacklin, Bass - Erismeno
Eleanor Minney, Mezzosopran - Cosroe

Opera Settecento
Leitung: Leo Duarte

Aufzeichnung vom 26.05.2018 aus dem Freylinghausen-Saal der Franckeschen Stiftungen, Halle.

Mehr Informationen zu den Händel-Festspielen Halle hier.

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(Deutschlandfunk, Musikjournal, 12.06.2017)

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