Händel aus dem Theater an der Wien

27.06.2009
Drei Männer werben um die Königin Partenope. Der Eine, Arsace, hat ihretwegen sogar seine Braut Rosmira verlassen. Jetzt erscheint diese als Prinz verkleidet, um sich zu rächen. Es kommt fast zum Zweikampf. Arsace hat das Spiel durchschaut und findet einen Ausweg. Er macht zur Bedingung, dass mit freiem Oberkörper gefochten wird. Da zieht es Rosmira vor, statt der Kleidung ihr Geheimnis zu lüften. Zwei Paare finden zueinander. Einer geht leer aus.
An dem Libretto, 1699 von Silvio Stampiglia für Venedig geschrieben, haben sich einige Komponisten versucht, 1708 auch Antonio Caldara. Vermutlich hat Händel dieses Stück bei seinem Italienaufenthalt kennen gelernt. Schon 1726 wollte er es für sein Londoner Solistenensemble vertonen, stieß jedoch bei den Verantwortlichen der Royal Academy of Music auf Widerstand. Inzwischen hatte diese Institution zur Etablierung der italienischen Oper nach gut zehn Jahren abgewirtschaftet. Die Starsänger waren auf das Festland zurückgekehrt. Man entschloss sich, Händel das King’s Theatre zur Verfügung zu stellen, der sich sofort nach Italien aufmachte, um neue Solisten anzuwerben. Mit dem Neubeginn am Londoner Haymarket sein eigener Herr, setzte Händel die amüsante Geschichte um die Königin Partenope gleich für die erste Saison auf den Spielplan. Am 24. Februar 1730 fand die Uraufführung statt. Die so genannte "Second Academy" an der legendären Spielstätte begann. "Partenope" reiht sich ein in die besten zwölf der insgesamt 35 Opern Händels für London.



Euroradio-Opernsaison 2008/09
Theater an der Wien
Aufzeichnung vom 1.3.2009


Georg Friedrich Händel
"Partenope", Oper in drei Akten
Libretto: Silvio Stampiglia

Christine Schäfer, Sopran - Partenope
Kurt Streit, Tenor - Emilio
David Daniels, Altus - Arsace
Patricia Bardon, Alt - Rosmira
Florian Boesch, Bass - Ormonte
Matthias Rexroth, Altus – Armindo
Les Talens Lyriques
Leitung: Christophe Rousset


nach dem 1. Akt ca. 20:20 Uhr Konzertpause mit Nachrichten

nach Konzertende ca. 22:10 Uhr:

Das Projekt D2H

"Meine Sprache versteht man durch die ganze Welt", hat Joseph Haydn anlässlich einer geplanten Reise nach London gesagt, und dieser Ausspruch war die Initialzündung für ein ganz besonderes Projekt in diesem Gedenkjahr 2009 zu Haydns 200. Todestag: Das Haydn-Trio Eisenstadt hat bei 18 Komponistinnen und Komponisten aus aller Welt Klaviertrios in Auftrag gegeben, die sich mit einem Aspekt des Lebens oder Werkes von Joseph Haydn auseinandersetzen; sechs von ihnen kommen aus Österreich, sechs aus anderen europäischen Ländern und sechs aus Ländern der anderen Kontinente. Auf diese Weise soll zum einen das Repertoire für Klaviertrio, zu dem Haydn selbst ganze 39 Werke beigesteuert hat, erweitert, zum anderen eine besondere Art der internationalen kulturellen Zusammenarbeit gepflegt werden.

Sämtliche Werke, die im Rahmen des Projektes "Dedicated To Haydn" entstanden sind, waren im Rahmen eines Konzert-Marathons Ende April / Anfang Mai in Eisenstadt zu hören. Unser Autor Egbert Hiller war dabei und stellt in lockerer Folge die 18 Werke vor, die übrigens in Kooperation mit Deutschlandradio Kultur auf CD erschienen sind.

Dedicated To Haydn
Jury Everhartz (Österreich): "Haydntrio"
Haydn-Trio Eisenstadt