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Fazit | Beitrag vom 16.04.2018

Haegue Yang im Museum Ludwig in KölnKondensierte Modernität

Haegue Yang im Gespräch mit Marietta Schwarz

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(© Haegue Yang Foto: Studio Haegue Yang)
"Hardware-Storage" von Haegue Yang (© Haegue Yang Foto: Studio Haegue Yang)

„ETA – estimated time of arrival“ heißt die erste Überblicksschau der Künstlerin Haegue Yang: Eine Anspielung auf das Leben der Künstlerin zwischen den Orten: in Seoul geboren, Ateliers in Seoul und Berlin und Ausstellungen auf der ganzen Welt.

Nicht nur räumliche Distanzen spielten in ihrem Werk eine Rolle, meint Haegue Yang. Auch die Zeit sei eine entscheidende Maßeinheit, "aber die Zeit ist mal historisch oder mal Zeit, als sehr persönliches, subjektives Gefühl von Saison oder Klima oder die Erinnerung, Gedächtnis. Die Zeit ist genauso wie die Verortung sehr subjektiv auch behandelt in meiner Arbeit und nicht immer objektiv einzuordnen", meint die Künstlerin.

(© Haegue Yang Foto: Studio Haegue Yang)"Sink" von Haegue Yang (© Haegue Yang Foto: Studio Haegue Yang)

Ob gut oder böse- Realität findet statt

Immer wieder beschäftigt sich Haegue Yang mit alltäglichen Massenprodukten. "Die industriell hergestellte Materialität ist für mich ein Markenzeichen für zeitgenössische Realität, die - egal, ob gut oder böse - um uns herum stattfindet. Und somit wollte ich den Umgang damit als einen Teil meiner Praxis haben", sagt Yang.

(© Haegue Yang Foto: Studio Haegue Yang)"Can-Cosies" von Haegue Yang (© Haegue Yang Foto: Studio Haegue Yang)

Auf der anderen Seite gibt es auch viele Werke, die sich mit Handwerklichem beschäftigen - zum Beispiel mit Korbflechten. "Es geht sicherlich um Gegensätze. Aber Gegensätze, die nebeneinander koexistieren. Auch die Arbeitsweisen: die schnelle, momentane Begegnung mit der Materialität ist mir genauso wichtig, wie die längere Auseinandersetzung mit einer Arbeitsweise, die sehr lang dauert", erläutert Haegue Yang.

Aus der Vorzeit in die Moderne - innerhalb einer Generation

In Korea spricht man von "kondensierter Modernität": die Entwicklung von einer prä-industriellen Gesellschaft zu der jetzt in Asien vorherrschenden supermodernen Gesellschaftsform. Und das in allerkürzester Zeit, teilweise innerhalb einer Generation. "Dadurch habe ich ein ganz anderes Zeitgefühl - nicht nur schneller, sondern es passieren auch viele Dinge simultan", so Yang.

Haegue Yang: ETA
noch bis 12.8.2018 im Museum Ludwig Köln

 

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