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Kompressor | Beitrag vom 26.07.2017

Gurrumul YunupinguEine große Stimme der Aborigines ist tot

Thomas Müller im Gespräch mit Timo Grampes

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Der Aborigine-Musiker Geoffrey Gurrumul Yunupingu bei einem Konzert in New York 2015. (AFP / Shaun Tandon)
Geoffrey Gurrumul Yunupingu galt als der bekannteste Aborigine-Musiker Australiens. Aus Respekt vor den Toten wünschen die Aborigines keine Bilder eines Verstorbenen. (AFP / Shaun Tandon)

Seine "Engelsstimme" beeindruckte Stars wie Elton John oder Sting - und sie machte Gurrumul Yunupingu zum wohl berühmtesten Aborigine-Musiker der Welt. Gemeinsam mit SWR-Musikredakteur Thomas Müller erinnern wir an den Ausnahmekünstler, der am Dienstag im Alter von nur 46 Jahren starb.

Der wohl berühmteste Aborigine-Musiker ist tot: Im Alter von 46 Jahren starb der blinde Musiker und Songwriter Gurrumul Yunupingu in einem Krankenhaus im australischen Darwin an einem Herzinfarkt. Obwohl sich Yunupingu konsequent den Regeln des Musikbusiness widersetzte und zum Beispiel keine Interviews gab, schaffte er es mit seiner Musik bis in die europäischen Charts. Stars wie Elton John oder Sting luden ihn zu gemeinsamen Auftritten ein, auch die isländische Sängerin Björk schwärmte von ihm.

Wiyathul - sein wohl bekanntester Song

In Deutschland bekannt gemacht wurde Gurrumul Yunupingu von Thomas Müller, Musikredakteur bei SWR 3. Ihm sei von einer englischen Plattenfirma ein Band mit "Wiyathul" geschickt worden - dem Song, der später Gurrumul Yunupingus bekanntester werden sollte. "Mich hat der Song sehr fasziniert, weil er sehr eindringlich war - diese sanfte Stimme", erinnert sich der Musikjournalist. Auch als man "Wiyathul" im Radio gespielt habe, seien viele Hörerreaktionen gekommen. "Und daraufhin haben wir den Song halt häufiger gespielt, und irgendwann war es dann so weit, dass Gurrumul (…) nach Deutschland kam."

Auch von der Person Gurrumul Yunupingus zeigte sich Müller tief beeindruckt. "Es war einfach ein sehr ungewöhnlicher Mensch", sagte er. "Er war sehr zurückhaltend, sehr bescheiden und versank in seiner Musik." Viele seiner Songs berichteten von der 40.000 Jahre alten Kulturgeschichte der Aborigines.

"Das sollte nicht so sehr politisch sein, das wollte er nicht. Sein Anliegen war es, die Geschichte seines Volkes weiterzutragen, und seine Botschaft lautete: Sei stark und bleib aufrecht, egal in welcher Gesellschaft du lebst."

(uko)

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