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Zeitfragen / Archiv | Beitrag vom 27.09.2019

Günter Kunert und die Kunst des Sinnierens"Es braucht eine ganze Weile, ehe man zum Indianer wird"

Von Carsten Hueck

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Der Schriftsteller Günter Kunert im Jahr 2006. (dpa-Zentralbild / Jan Woitas)
Raffiniert, subtil und skeptisch sind die Texte von Günter Kunert, der am 6. März 1929 in Berlin geboren wurde. (dpa-Zentralbild / Jan Woitas)

Am vergangenen Wochenende, am 21. September, ist Günter Kunert mit 90 Jahren verstorben. Mit 50 verließ er die DDR. In den Nachrufen wurde er als großer Dichter gewürdigt – unser Autor Carsten Hueck hat ihn Anfang des Jahres zu Hause besucht.

Früh schon erwarb sich der 1929 in Berlin geborene Günter Kunert in der DDR Ruhm als Lyriker und Prosaautor. Indoktrination und Kadergehorsam aber hasste er.

Raffiniert, subtil, ironisch und skeptisch sind seine Texte, kein literarisches Genre war ihm fremd. Mit 50 Jahren verließ Kunert, in Folge der Ausbürgerung seines Freundes Wolf Biermann, die DDR. Seitdem lebte und schrieb er in der holsteinischen Provinz.

Scharfsinnig, am Schnittpunkt von Ich und Außenwelt, analysierte er die Verirrungen des Zeitgeists, Dummheit und Überheblichkeit des Menschen. Er war ein Unbestechlicher, der Spontanität ebenso zugetan wie der Resignation, einer, der sich schreibend an den Verhältnissen rieb, um die Welt zu erhalten.

Erstsendedatum: 1.3.2019

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