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Stunde 1 Labor | Beitrag vom 14.02.2021

Grundbedürfnis NäheÜber Nähe, Einsamkeit und Zusammenfinden

Ein Mann und deine Frau gehen Hand in Hand am Spree Ufer in Berlin spazieren. (Victor Marquardt)
Nähe kennt viele Formen, ganz auf sie verzichten können wir nicht. (Victor Marquardt)

Nähe ist ein Grundbedürfnis des Menschen. Was eigentlich ganz selbstverständlich scheint, ist es in Zeiten der Corona-Pandemie und Kontaktbeschränkungen nicht mehr. Fünf Berichte über die Gefühlswelt heute.

Für die einen ist Nähe etwas Privates, für die anderen gehört es sogar zum beruflichen Alltag. Nähe ist derzeit wichtiger denn je, aber gesprochen wird darüber, wie sonst auch, nur sehr eingeschränkt.

Eine "Stunde-1-Labor"-Sendung von Studierenden des Masterstudiengangs Kulturjournalismus an der Universität der Künste Berlin.


Die Hotline gegen Einsamkeit

Von Victor Marquardt

Elke Schilling sitzt mit Headset vor einem Rechner. (Silbernetz / P. Schärf)Elke Schilling und ihre Mitarbeiter nehmen fast rund um die Uhr Anrufe von Menschen entgegen, die sich einsam fühlen. (Silbernetz / P. Schärf)

Einsamkeit – das ist immer noch ein Tabuthema. Menschen die einsam sind, leben am Rand der Gesellschaft und gleichzeitig leben sie mittendrin. Es betrifft alle Altersgruppen, gerade jetzt, doch eigentlich sind besonders diejenigen, die ein langes Leben hinter sich haben, von Einsamkeit betroffen.  Wenn wirklich niemand da ist, der zuhört, bietet das Silbernetz die Möglichkeit, "einfach mal zu reden". Ein Bericht über den Kampf gegen die Einsamkeit.


Nähe per Dating-App in Zeiten von Abstand

Von Chi Nguyen

App-Symbole leuchten auf einem Handybildschirm auf. (Chi Nguyen)Tinder, Bumble und Co.: Das Angebot an Dating-Apps ist breit und divers. (Chi Nguyen)

Menschen sind soziale Wesen. Das, was wir bisher für selbstverständlich genommen haben, wurde uns in der Corona-Pandemie genommen – der menschliche Kontakt. Wie kommt man an Nähe und Zuneigung, wenn dies eigentlich verboten ist? Dating-Apps haben in dieser Zeit einen ganz anderen Stellenwert bekommen. Apps, auf denen man bisher bedeutungslose One-Night-Stands suchte, sind nun Türen zur Außenwelt. Wie hat sich die die Art und Weise der Nutzung verändert? Zwei junge Menschen berichten von ihren Online-Dating-Erfahrungen während der Pandemie.


Sexarbeit in Zeiten der Pandemie - Ewa und der Lockdown

Von Saskia Reis

U-Bahn Eingang an der Kurfürstenstrasse in Berlin. (Saskia Reis)Die Kurfürstenstraße an der Grenze zwischen den Berliner Ortsteilen Tiergarten und Schöneberg. (Saskia Reis)

Im Corona-Lockdown ist Sexarbeit in Deutschland verboten. Gut 40.000 angemeldete Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter bekamen die November- und Dezemberhilfen. Doch wie trifft das Tätigkeitsverbot diejenigen, die durchs Raster fallen? Die meisten Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter in Deutschland sind nicht offiziell angemeldet – sie bekommen daher auch keine staatlichen Hilfsgelder. Viele sind auf Spenden angewiesen oder arbeiten unter illegalen Bedingungen weiter. Darunter auch solche, die eigentlich Anspruch hätten auf ALG2. Saskia Reis hat sich mit einer Sexarbeiterin getroffen, die sich in einer dramatischen Situation befindet. Die Geschichte von Ewa.


Vertraute Einsamkeit

Von Lou Siebert

Anton von Lucke im Porträt. (Jeanne Degraa)Anton von Lucke ist unter anderem in Filmproduktionen wie "Babylon Berlin" und "Frantz" zu sehen. (Jeanne Degraa)

Es sind stille Monate für die Kulturbranche. Museen sind zu, Konzertsäle geschlossen und Kinos sind ebenfalls schon seit langer Zeit dicht. Gleichzeitig ist das Bedürfnis nach kultureller Beschäftigung, nach einem guten Film oder einer mitreißenden Serie größer denn je. Denn Kontaktbeschränkungen und die Furcht vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus dominieren den Alltag. Viele Menschen fühlen sich einsam. Schauspieler Anton von Lucke berichtet über seinen Umgang mit der Pandemie und dem durchaus vertrauten Gefühl von Einsamkeit.


Liebesbeziehungen im Lockdown

Von Franziska Müller-Degenhardt

Umut Özdemir sitzt auf einer Couch, in der Hand eines Modells von einem Gehirn. (Privat)Umut Özdemir ist Diplom-Psychologe und Paartherapeut und begeistert mit seinen Aufklärungsvideos auf TikTok knapp 80.000 Fans (Privat)

Weniger Sex, dafür öfter Streit: Die Beziehungsprobleme, unter denen viele Paare ohnehin schon leiden, stehen durch den Lockdown unter einem Vergrößerungsglas. Umut Özdemir ist Sexual- und Paartherapeut, der seine knapp 80.000 Abonnenten auf TikTok täglich über Sex und Beziehungen aufklärt. Er hat ein analoges Spiel erfunden, durch "In*Team" sollen sich Paare wieder näherkommen. Er erzählt, was aktuell die Aggressoren in vielen Beziehungen während des Lockdowns sind und was man jetzt für eine gesunde Beziehung tun kann.

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