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Interview / Archiv | Beitrag vom 14.12.2016

Grünen-Abgeordneter Hans-Christian Ströbele verlässt den Bundestag Ströbele wählen, hieß Fischer quälen

Wolfgang Bosbach im Gespräch mit Frank Meyer

Der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele spricht im Bundestag. (pa/dpa/Jensen)
Der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele gehört zu den Urgesteinen der grünen Partei (pa/dpa/Jensen)

Der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele wird 2017 nicht mehr für den Bundestag kandidieren. Der CDU-Abgeordnete Wolfgang Bosbach, der ebenfalls nach einem langen Parlamentarierleben ausscheidet, zollt dem politischen Gegner seinen Respekt.

Der 77-jährige Hans-Christian Ströbele ist der einzige direkt gewählte grüne Abgeordnete im Deutschen Bundestag. Vier Mal gelang es ihm, in seinem Wahlbezirk Kreuzberg-Friedrichshain das Mandat zu erobern. Nun gab er bekannt, dass er nicht wieder antreten wird und sich aus der aktiven Politik zurückzieht.

Leben in Berlin

"Er wohnt ja im Gegensatz zu mir mitten in Berlin", sagte der CDU-Abgeordnete Wolfgang Bosbach (CDU), der ebenfalls ausscheiden wird. "Ihn wird man viel öfter  im Regierungsviertel  sehen als mich."

Der Bundestagsabgeordnete, Wolfgang Bosbach (CDU), spricht am 06.09.2016 in einem Haus des Deutschen Bundestages in Berlin mit einer Journalistin der Deutschen Presse-Agentur. (dpa / picture alliance / Gregor Fischer)Der Bundestagsabgeordnete, Wolfgang Bosbach (CDU). (dpa / picture alliance / Gregor Fischer)

Es stehe fest, dass er nicht als "Geist" von morgens bis Abends in der Hauptstadt herumspuken werde, sondern in seiner Heimatstadt Bergisch-Gladbach bleibe, sagte Bosbach. Interessanterweise wohne Ströbele dagegen nicht in seinem Wahlkreis. "Ich kann mich noch an den originellen Wahlkampfspruch von ihm erinnern: Ströbele wählen, heißt Fischer quälen", sagte Bosbach über das schwierige Verhältnis zwischen Ströbele und und den früheren grünen Bundesaußenminister Joschka Fischer. "Auf die Idee musst Du ja auch erstmal kommen."

Respekt vor seinem Fleiß

Ströbele habe es weder sich selbst noch seiner Partei leicht gemacht, sagte der CDU-Politiker weiter. Ihm selbst falle nichts ein, wo die beiden Politiker gemeinsame Schnittmengen hätten. "Aber dennoch ich hatte immer großen Respekt vor seinem Fleiß, seinem Kenntnisreichtum  und er war immer ein Kämpfer für seine Überzeugungen, auch wenn ich die allermeisten nicht geteilt habe."

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