Griechenland will Fotos von NS-Massaker zum Kulturerbe erklären und erwerben

    Walther von Brauchitsch (4.v.l.) besichtigt die Akropolis in Athen, nach der Eroberung Griechenlands durch die Wehrmacht mit dem Landesgruppenleiter der NSDAP, Wrede (3.v.r.).- Foto, Mai 1941.
    Deutsche Besatzung Griechenlands: Führungsgrößen der Wehrmacht und der NSDAP besichtigen die Akropolis in Athen. © picture-alliance / akg-images
    Fotos eines nationalsozialistischen Massakers nahe Athen waren auf eBay zum Verkauf angeboten worden. Jetzt will Griechenland die Bilder zum nationalen Kulturerbe erklären, um sie erwerben zu können. Das teilte Kulturministerin Lina Mendoni mit. Voraussetzung sei, dass Experten ihre Echtheit bestätigen. Sie werden am Freitag nach Belgien reisen, wo ein Händler die Fotos anbietet. Die bislang unveröffentlichten Aufnahmen der Ermordung von 200 kommunistischen Widerstandskämpfern im Jahr 1944 hätten einen besonderen historischen Wert, so Mendoni. Sie ermöglichten es, das Drama des besetzten Griechenlands durch den Blick des Besatzers zu betrachten. Offenbar seien sie von einem deutschen Leutnant aufgenommen worden. Der Händler hatte die Fotos zunächst zum Verkauf angeboten und sie am Montag wieder zurückgezogen. Die deutsche Besatzung Griechenlands gilt als eine der blutigsten in Europa. Die von Kommunisten geführte Griechische Volksbefreiungsarmee zählte zu den aktivsten europäischen Widerstandsorganisationen.