Seit 17:05 Uhr Studio 9
Mittwoch, 20.10.2021
 
Seit 17:05 Uhr Studio 9

Interview / Archiv | Beitrag vom 14.02.2017

Griechenland"Ein gutes Drittel hat weniger als 10.000 Euro pro Jahr"

Michael Lehmann im Gespräch mit Liane von Billerbeck

Ein älterer Mann verkauft Taschentücher vor einem geschlossenen Geschäft in Athen. (AFP / Aris Messinis)
Ein älterer Mann verkauft Taschentücher vor einem geschlossenen Geschäft in Athen. (AFP / Aris Messinis)

Die Lebenssituation der griechischen Bevölkerung bleibt dramatisch. Inzwischen müsse jeder Dritte mit einem Jahreseinkommen von unter 10.000 Euro auskommen, sagt unser Korrespondent Michael Lehmann. Raum für weitere Einsparungen sähen die Menschen da nicht.

Die EU-Kommission prognostiziert für Griechenland 2017 eine Wachstumsrate von 2,7 Prozent. Zumindest derzeit bemerken die Menschen in Griechenland davon jedoch noch nichts.

"Die Kürzungen der vergangenen Monate, die weitergegangen sind für viele Menschen, die bewirkten tatsächlich, dass inzwischen ein gutes Drittel der Griechen mit einem Jahreseinkommen von unter 10.000 Euro klarkommen muss", sagte unser Korrespondent Michael Lehmann im Deutschlandradio Kultur.

"Und das kann man bei Preisen, die in Teilen - Stichwort Lebensmittel - ja sogar ein bisschen höher als in Deutschland sind, sich vorstellen, was das für die Menschen bedeutet."

"Ein Viertel der Menschen ohne jede Aussicht auf Arbeit"

Die größte Herausforderung sei nach wie vor die "extreme Arbeitslosigkeit", so Lehmann. "Jeder zweite junge Erwachsene und Jugendliche ohne Job, und auch ansonsten ein gutes Viertel der Menschen ohne jede Aussicht auf Arbeit." Auch die, die noch Arbeit hätten, müssten zum Großteil mit erhebliche Kürzungen auskommen.

Doch es gibt auch einzelne positive Signale, betont Lehmann. Zum Beispiel sei im Hafen von Piräus unter chinesischer Beteiligung ein Logistikzentrum entstanden. Außerdem seien Tausende von Arbeitsplätzen im IT-Bereich bei Start-ups hinzu gekommen. "Aber das sind erst Anfänge. Da brauchen wir eigentlich wirklich eine möglicherweise andere Führungsfigur, die es schafft, hier noch mehr Vertrauen auch im Ausland zu erwecken."

Mehr zum Thema

Prognose der EU-Kommission - Daumen hoch für die Konjunktur-Aussichten
(Deutschlandfunk, Wirtschaft am Mittag, 13.02.2017)

Griechische Schuldenkrise - Tsipras wirft Schäuble und IWF "Spiel mit dem Feuer" vor
(Deutschlandfunk, Nachrichten vertieft, 11.02.2017)

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Interview

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur