Greenpeace verklagt VW

Es geht um zwei Milliarden Tonnen CO2

07:24 Minuten
Demonstranten von Greenpeace stehen mit einem Poster "VW - Von Wegen Klimaschutz!" vor einer Halle, in der eine Veranstaltung von Volkswagen stattfand.
Greenpeace-Aktivisten haben den VW-Konzern bereits mit mehreren Aktionen zu mehr Klimaschutz aufgefordert. © picture alliance dpa / Jan Petermann
Benjamin Stephan im Gespräch mit Stephan Karkowsky · 09.11.2021
Audio herunterladen
Greenpeace hat Klage gegen den VW-Konzern eingereicht. Dieser müsse den Verkauf von Verbrennern früher beenden, sagt der Vekehrsexperte von Greenpeace, Stephan Benjamin. Denn schon wenige Jahre machten viel aus.
Greenpeace will den Autobauer Volkswagen gerichtlich zu mehr Klimaschutz zwingen. Der Umweltschutzorganisation geht es insbesondere um ein Ende des Verkaufs von Verbrenner-Motoren ab 2030.
VW hatte den Ausstieg für den Zeitraum zwischen 2033 und 2035 angekündigt, zunächst in Europa.

Ein paar Jahre helfen dem 1,5-Grad-Ziel enorm

Dies sei zu spät und reiche nicht aus, sagt der Greenpeace-Verkehrsexperte Stephan Benjamin. "Europa macht nur etwa 30 Prozent des weltweiten Absatzes von Volkswagen aus." Gleichzeitig fielen ein paar Jahre enorm ins Gewicht.
Greenpeace habe die Differenz genau ausgerechnet, so Benjamin: "Der Unterschied zwischen dem, was VW aktuell plant und dem, was für das 1,5-Grad-Ziel nötig wäre - und was auch Grundlage der Klage ist - wären über die nächsten Jahre zwei Milliarden Tonnen CO2. Das ist schon ein gewaltiger Unterschied."

Wissenschaft empfiehlt früheres Ende der Verbrenner

Allein mit dem Vertrauen in einen klimagerechten Umbau des Konzerns sei es nicht mehr getan, so der Verkehrsexperte weiter. "Wir als Organisation, aber auch wir als Gesellschaft haben im vergangenen Jahrzehnt mit Blick auf den Dieselskandal erfahren müssen, was passiert, wenn man da zu sehr vertraut."
Besser sei es, Wissenschaftlern zu vertrauen. "Die geben eine ganz klare Ansage, was passieren muss. Im Verkehrsbereich heißt das, bis spätestens 2030 müssen wir raus aus dem Verbrenner. VW und auch alle andere Autokonzerne dürfen dann weltweit keine Verbrennermotoren mehr auf die Straße bringen."

Die Rechte junger Menschen verletzt

Dass man die Menschenrechte in Deutschland einklagen könne, sei ein Vorteil, so Stephan Benjamin. "Solange Volkswagen noch viel zu viel Verbrenner verkaufen will und nicht eine Strategie hat, die 1,5-Grad-kompatibel ist, solange verletzten sie die Rechte vieler Menschen, gerade junger Menschen."
Dafür könne man einen Konzern wie VW auch vor Gericht in Verantwortung nehmen.
Mehr zum Thema