Seit 05:05 Uhr Studio 9

Mittwoch, 19.02.2020
 
Seit 05:05 Uhr Studio 9

Interview | Beitrag vom 06.01.2020

Golden-Globes-VerleihungKriegsepos "1917" ist bestes Filmdrama

Jörg Taszman im Gespräch mit Dieter Kassel

Beitrag hören Podcast abonnieren
 Das Kriegsdrama "1917" von Regisseur Sam Mendes hat den Golden Globe als bestes Filmdrama gewonnen. (picture alliance / newscom / Jim Ruymen)
Das Kriegsdrama "1917" von Regisseur Sam Mendes hat den Golden Globe als bestes Filmdrama gewonnen. (picture alliance / newscom / Jim Ruymen)

Hollywood läuft sich warm für die Oscars. In der vergangenen Nacht wurden in Los Angeles die Golden Globes verliehen - die als wichtiger Vorläufer gelten. Die Auszeichnung für das beste Filmdrama erhielt in diesem Jahr der Kriegsfilm "1917" von Sam Mendes.

In Hollywood hat die Saison der roten Teppiche begonnen - mit der Verleihung der Goldes Globes. Wir haben mit dem Filmkritiker Jörg Taszman über die Gala in Los Angeles gesprochen, bei der britische Regisseur und Oscar-Preisträger Sam Mendes mit seinem Film "1917" der große Gewinner des Abends war. Das Besondere an diesem Film sei, so Taszman, dass er in einer einzigen Einstellung gedreht wurde: "Das ist bei einem Kriegsfilm natürlich eine besondere Leistung und die ist da mit Sicherheit auch honoriert worden."

Trophäen für Tarantino, Zellweger und Phoenix

Ein weiterer Abräumer der diesjährigen Golden-Globes-Verleihung: "Once Upon a Time in Hollywood" von Quentin Tarantino. Der Film wurde als beste Komödie ausgezeichnet, Tarantino für das beste Drehbuch und Brad Pitt als bester Nebendarsteller. Als beste Schauspielerin wurde Renée Zellweger ausgezeichnet. Sie holte die Trophäe für ihre Rolle der Schauspiel-Ikone und Sängerin Judy Garland in "Judy". Für Zellweger ist es bereits der vierte Globe - nach "Nurse Betty", "Chicago" und "Unterwegs nach Cold Mountain". Auch US-Schauspieler Joaquin Phoenix kann sich über einen zweiten Golden Globe freuen - er wurde zum besten Hauptdarsteller gekürt. In dem düsteren Thriller "Joker" verkörpert er den psychisch kranken Batman-Gegenspieler, der in Gotham City zum Gewalttäter wird.

Seitenhieb für Netflix

Der Streamingdienst Netflix, dessen Eigenproduktionen bei den Golden Globes in mehr als 30 Kategorien nominiert waren, kam bei den Juroren weniger gut weg. "The Irishman" von Martin Scorsese - eigentlich einer der Favoriten bei der Gala - erhielt gar keinen Globe, so Taszman. Auch in den Fernsehkategorien habe Netflix lediglich für "The Crown" eine Auszeichnung bekommen. ie Juroren hätten den Dienst damit an vielen Stellen leer ausgehen lassen, resümiert der Filmkritiker. "Das war vielleicht auch so ein kleiner Seitenhieb, um zu sagen, 'Eigentlich gehören Eure Filme ins Kino'."

HBO großer Gewinner bei den Fernsehpreisen

Bei den Fernsehpreise sei klar HBO der große Gewinner, vor allem für die Mini-Serie 'Tschernobyl', so Taszman. "Das ist wirklich eine Serie, die im wahrsten Sinne unter die Haut geht." Es sei schade, dass die Serie in Deutschland nur auf Sky gelaufen sei. "Ich versteh immer nicht, wenn es das ukrainische Fernsehen schafft diesen Film im Free TV zu zeigen - warum schafft es das deutsche Fernsehen nicht?" Ein weiterer großer Gewinner mit zwei Preisen sei "Fleabag" von Amazon Prime und der BBC - eine "sehr erfrischende, neue Art Fernsehen oder Streaming zu machen".

Interview

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur