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Tonart | Beitrag vom 05.09.2019

Gleichberechtigungskampagne KeychangeJoy Denalane möchte mehr Frauen in der Musikbranche sehen

Joy Denalane im Gespräch mit Andreas Müller

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Die Sängerin Joy Denalane bei einem Konzert in der Passionskirche in Berlin. (picture alliance / dpa / Eventpress Hoensch)
Seit Kurzem ist die Sängerin Joy Denalane Botschafterin der Initiative Keychange, die sich für Geschlechterausgewogenheit einsetzt. (picture alliance / dpa / Eventpress Hoensch)

Ob im Radio, bei Streamingdiensten oder in Orchestern: Alle Geschlechter sollten in der Musikbranche ausgewogen repräsentiert sein, fordert die Musikerin Joy Denalane. Mit der Initiative Keychange möchte sie darauf aufmerksam machen.

Seit 2017 gibt es die internationale Initiative Keychange, die sich zum Ziel gesetzt hat, ein Gleichgewicht der Geschlechter in der Popmusik, auf der Bühne und im Musikbusiness anzustoßen oder gar zu realisieren.

Frauen aus der Musikbranche hätten viele Jahre in vor allem in "geschützten Räumen" über das Ungleichgewicht der Geschlechter gesprochen, sagt die Musikerin Joy Denalane, die seit Kurzem Keychange-Botschafterin in Deutschland ist. Jetzt gebe es mit Keychange eine Plattform, "die diese Gefühle, die man hatte, die Beobachtungen, die man gemacht hat, eben auch fassen kann in Zahlen, über Analysen". Auch könne Keychange das Thema "Gleichgewicht der Geschlechter" stärker in die Öffentlichkeit tragen.

"Die Leute verschließen sich nicht mehr davor"

Mittlerweile sei der Musikbereich allerdings auch sehr "hellhörig" und "sehr offen" dem Thema gegenüber geworden. "Die Leute verschließen sich nicht mehr davor. Und die Stimmen werden immer lauter. Nicht nur wir Frauen, sondern auch die Leute, die Musik konsumieren, haben ein Interesse daran, ein ausgewogeneres, ein heterogeneres musikalisches Feld zu genießen als bisher."

Keiner müsse vor diesen Veränderungen Angst haben, betont Denalane. Schließlich gehe es nicht darum, "jemanden etwas wegzunehmen", sondern darum, eine Bereicherung herzustellen "durch eine ausgewogene Repräsentanz aller Geschlechter".

Warum keine Quote in Orchestern?

Mittlerweile gebe es auch Festivals, die auf eine entsprechende Ausgewogenheit bei der Auswahl der Künstlerinnen und Künstler achten. Es wäre außerdem begrüßenswert, wenn das Radio und Streaming-Plattformen oder Orchester "mitspielen würden", so Denalane. So könne sie sich beispielsweise eine Frauenquote für große Orchester vorstellen.

(lkn)

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