Gisa Golpira

    Von der Goldgräbertochter zur Golddesignerin

    09:13 Minuten
    Kleine Goldnuggets liegen auf zwei offenen Handflächen.
    Nur selten finden Goldgräber Nuggets, meist sind es deutlich kleinere Goldpartikel. © privat
    Gisa Golpira im Gespräch mit Mandy Schielke · 28.08.2021
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    Einen Teil ihrer Kindheit verbrachte Gisa Golpira im Urwald von Peru. Dort arbeitete ihre Mutter als Goldgräberin. Heute lebt Gisa Golpira wieder in Deutschland und stellt Goldschmuck her - auch aus Nuggets, die ihre Mutter gefunden hat.
    Auf eine ganz besondere Art von Goldschmuck hat sich die Düsseldorfer Designerin Gisa Golpira spezialisiert: Sie entwirft Ringe, Ketten oder Anhänger aus rohen Goldnuggets.
    Ein sehr kostbares und vor allem sehr seltenes Material, sagt sie: "Wenn wir uns einen Würfel vorstellen, der zwei mal zwei Meter groß ist, dann passen da tatsächlich alle Goldnuggets rein, die man bisher jemals gefunden hat."

    Tochter einer Goldgräberin

    Der eine oder andere Goldnugget wird ihr dabei auch von ihrer Mutter Ariane geliefert, denn die ist Goldgräberin und verbringt jedes Jahr mehrere Monate in den Urwäldern von Peru oder Papua-Neuguinea, um dort Gold zu waschen.
    Eine Frau mit langen, roten Haaren rudert in einem Holzboot auf einem Urwaldfluss.
    Ariane Golpira verbringt jedes Jahr mehrere Monate als Goldsucherin im Dschungel.© privat
    "Zunächst einmal ist meine Mutter der Liebe gefolgt, sie hatte ihren neuen Freund kennengelernt und der hat sie quasi in den Urwald mitgenommen", sagt Gisa Golpira. "Und es hat sich dann relativ schnell herauskristallisiert, dass sie im Urwald mit ihrer Liebe sehr glücklich ist."

    "Der Urwald war ein riesengroßer Spielplatz für mich"

    Auch Gisa Golpira hat einen Teil ihrer Kindheit im Dschungel verbracht, denn ihre Mutter nahm die damals Fünfjährige einfach mit.
    "Der Urwald war ein riesengroßer Spielplatz für mich", erinnert sich Golpira. Und wie Pippi Langstrumpf hatte sie einen kleinen Affen, den ihr ihre Mutter damals geschenkt habe. Mit sieben kam Gisa zurück nach Deutschland und wuchs fortan bei ihrem leiblichen Vater auf.
    Nach ihrem Studium, so erzählt sie, habe sie sich dann entschieden, Schmuckdesign zu machen, "inspiriert von einem kleinen Goldnugget, den meine Mutter mir damals geschenkt hat, weil ich darauf so oft angesprochen worden bin, was das ist".

    "Es ist wirklich eine harte Arbeit"

    Für ihre Arbeit verwendet sie nur sogenanntens "grünes Gold", also Gold, bei dessen Gewinnung soziale und ökologische Standards eingehalten wurden.
    Hauptsächlich bezieht sie ihr Gold aus Finnland. Dort hat sie auch selbst einmal mit den Goldgräbern nach Gold gesucht:
    "Man stand bis zu den Knien im Schlamm oder im Wasser, die Hände waren rau, alles war irgendwie feucht, es ist wirklich eine harte Arbeit." Umso mehr, wenn man bedenkt, wie wenig Output dabei herauskommt: "In den vier Tagen, als ich da mit den Goldgräbern gesucht habe, haben wir, glaube ich, zwei Gramm gefunden."
    (uko)

    Über die Zeit im Urwald haben Ariane und Gisa Golpira gemeinsam ein Buch geschrieben:

    "Dschungelleben. Wie ich der Zivilisation den Rücken kehrte und als Goldgräberin mit meiner Tochter in den Urwald zog"
    Verlag Riva, München 2020
    224 Seiten, 19,99 Euro

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