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Interview / Archiv | Beitrag vom 17.01.2019

Gesundheitsstudie über E-SportlerStubenhocker oder Fitnesskanonen?

Ingo Froböse im Gespräch mit Axel Rahmlow

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Besucher der Gamescom 2018 probieren an einem Stand von EA Sports das Videospiel Fifa 19 aus.  (dpa)
"Viel zu spielen, macht euch nicht besser!", sagt Studienleiter Ingo Froböse. (dpa)

Das Klischee vom typischen Computerspieler lautet: eher unsportlich, übergewichtig und ungesund. Aber stimmt das wirklich? Eine Studie hat jetzt vor allem eine Risikogruppe unter den Profis, Amateuren und Hobbyspielern ausgemacht.

Computersport, also das wettbewerbsmäßige Zocken bei Computerspielen, begeistert viele Menschen. Darunter gibt es Freizeitspieler, aber auch Profis, die zum Beispiel bei Fußball-Spielen viel Geld verdienen können. 

Richtiges Zeitmanagement

Die Deutsche Sporthochschule Köln hat das überprüft und E-Sportler über ihren Alltag und zu ihrer Gesundheit befragt. Dabei stellte sich heraus, dass es um die Fitness bei der Gruppe der Hobbyspieler am schlechtesten bestellt ist, sagt Studienleiter Ingo Froböse, Professor für Prävention und Rehabilitation im Sport an der Kölner Hochschule. Die Profis würden durch Trainer oder Manager angeleitet:

"Wir wissen, dass unsere Profis, die stellenweise auch an Bundesliga-Klubs angegliedert sind, dass die viel besser geführt werden und auch andere Dinge im Leben richtig machen wie Ernährung, körperliche Aktivität. Die Profis treiben alle auch Ausgleichssport. Und auch, was das Zeitmanagement betrifft: Die sitzen eben nicht nur vor der Konsole."

Appell an die Risikogruppe

Amateure und Hobbyspieler spielten mit rund 25 Stunden sogar eine Stunde mehr pro Woche als die Profis, ist der Wissenschaftler überrascht:

"60 Prozent der befragten Hobbyspieler sind berufstätig, gehen einer Ausbildung nach oder einem Studium. Da frage ich mich: Wieso haben die noch 25 Stunden Zeit, das zu machen? Und natürlich wird dabei das Zeitfenster, etwas für sich zu tun wie vernünftig zu kochen, sich zu bewegen, so eng, dass man für nichts anderes mehr Zeit hat. Genau deswegen ist das meine Risikogruppe."

Er appelliert an diese Risikogruppe, die zu über 90 Prozent aus Männern besteht:

"Viel zu spielen, macht euch nicht besser! Geht vernünftig mit euch um! Achtet auf eure körperlichen Signale! Macht Ausgleichstraining! Ernährt euch vernünftig! Und vor allen Dingen: Verliert euch nicht im Gaming! Wir haben sogar Gamer gesehen, die spielen 60, 70, 80 Stunden. Ich glaube, die haben sich komplett verloren vor der Konsole! Die vergessen alles – sogar, dass es draußen eine andere Welt gibt!"

(cosa)

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