Seit 09:05 Uhr Im Gespräch
Donnerstag, 15.04.2021
 
Seit 09:05 Uhr Im Gespräch

Interview | Beitrag vom 29.03.2021

GesundheitsdatenNoch ist die digitale Patientenakte leer

Petra Thürmann im Gespräch mit Liane von Billerbeck

Beitrag hören Podcast abonnieren
Der Schreibtisch einer Arztpraxis mit Handschuhe, Smartphone, Stereoskope, Maske  und Papieren.  (Zoonar.com/Khakimullin Aleksandr)
Arztpraxen und Kliniken müssen moderner werden - auch mit einer elektronischen Patientenakte, fordern Gesundheitsexperten. (Zoonar.com/Khakimullin Aleksandr)

Zwar gibt es seit Januar bereits die elektronische Patientenakte, aber sie muss dringend mit Daten gefüllt und genutzt werden, fordert der Sachverständigenrat. Deutschland hinke bei der Digitalisierung hinterher, rügt sein Mitglied Petra Thürmann.

"Deutschland ist in puncto Digitalisierung im Gesundheitswesen ziemlich weit allen anderen europäischen Nachbarländern hinterher", sagt die Klinische Pharmakologin Petra Thürmann. Sie ist Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen (SVR), der in einem neuen Gutachten fordert, die elektronische Patientenakte künftig für alle Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen verpflichtend einzuführen.  

Mehr Gesundheitsdaten in die Akte 

Seit Anfang Januar gibt es eigentlich die elektronische Patientenakte schon, aber sie sei noch ziemlich leer, so Thürmann. "Die Informationen, um gezielt Menschen anzusprechen und um Risikogruppen zu erkennen, die sind natürlich noch gar nicht drin." In der Pandemie zeige sich aber gerade, wie schlecht die Menschen erreicht würden und wie wenig Informationen gesammelt zur Verfügung stünden, um beispielsweise Risikogruppen zu erkennen. Dabei könnten eine elektronische Patientenakte, aber auch andere Apps weiterhelfen.

Abonnieren Sie unseren Kulturnewsletter Weekender. Die wichtigsten Kulturdebatten und Empfehlungen der Woche. Ab jetzt immer freitags per Mail. (@ Deutschlandradio)

Es werde eine strukturierte Sammlung von Gesundheitsdaten benötigt, beispielsweise von Erkrankungen und Medikamenten der Patientinnen und Patienten. Die Angaben lägen derzeit nur zu Abrechnungszwecken bei den Krankenkassen vor. Da gehöre auch der Organspende-Ausweis, der Impfausweis oder Angaben zu Allergien hinein, so Thürmann. Es gehe dabei um mehr Transparenz und Autonomie für die Patientinnen und Patienten.  

Daten schützen ist möglich 

Wer zur Apotheke gehe und nicht wolle, dass dort zu sehen sei, was in der Patientenakte steht, könne bestimmte Informationen "verschatten", so die Sachverständige. Auch der Sorge vor Hackern oder einem Datenmissbrauch könne mit entsprechenden Datensicherheitsgesetzen begegnet werden.

(gem) 
 
 
 
 

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Interview

Soziologe über CoronaprotesteFeindbild Staat
Ein Polizist bewacht eine Gruppe Demonstranten der Querdenker. (picture alliance /dpa / Andreas Gora)

Teile der Berliner Coronaprotestbewegung sollen durch den Verfassungsschutz als Verdachtsfall eingestuft werden. Über die Demos hat der Soziologe Sebastian Koos geforscht. Auch viele Menschen aus dem bürgerlichen Lager hätten sich radikalisiert.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur