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Das Blaue Sofa | Beitrag vom 18.10.2020

Gespräche von der BuchmesseUnsere Sofa-Nachlese à la carte

Das 1862 entstandene Gemälde "The Travelling Companions" von Augustus Leopold Egg zeigt zwei reisende Frauen, die eine schlafend und die andere lesend. (Unsplash/  Birmingham Museums Trust)
Die Buchmesse ist vorbei – brauchen Sie eine Pause oder ist jetzt die richtige Mußestunde für Literatur? (Unsplash/ Birmingham Museums Trust)

Viele Stunden haben wir auf dem Blauen Sofa bei der Frankfurter Buchmesse über neue Bücher gesprochen – mit Romanciers, Lyrikerinnen, Musikern, Politologinnen, Historikern und Reporterinnen. Hier können Sie die Interviews nachhören.

Singen im Stadion ist wie Singen in der Kirche

In einem autobiografischen Buch berichtet Campino, wie er "einmal englischer Meister wurde". Damit ist sein Lieblingsverein FC Liverpool gemeint. Erzählt wird auch, wie und warum der Sänger der Band "Die Toten Hosen" britischer Staatsbürger wurde.

Campino auf einer Filmpremiere in Wien  2019.   (dpa/ Toppress/ Karl Schöndorfer)Campino hat viele Leidenschaften, dazu gehört der englische Fußball. (dpa/ Toppress/ Karl Schöndorfer)

"Kein Problem damit, von morgens bis abends Fotos zu machen"

Lars Eidinger hat schon immer fotografiert und einige der Bilder auf Instagram geteilt. Jetzt zeigt der Schauspieler seine Momentaufnahmen einer schrägen Welt in einem Fotobuch: "Das Verrückte ist, dass die Motive allgegenwärtig sind."

Schauspieler Lars Eidinger bei der Berlinale 2020. (dpa/ Christoph Söder)Lars Eidinger geht unter die Fotografen. (dpa/ Christoph Söder)

Schonungsloses Porträt der US-Gesellschaft

Punkmusik, Hipsterszene, 9/11 und Donald Trump: Nell Zinks Roman "Das Hohe Lied" führt durch mehr als 30 Jahre der US-amerikanischen Gesellschaftsgeschichte. Die in Deutschland lebende Autorin nimmt sie distanziert und ironisch ins Visier.

Bücherherbst 2020 von Deutschlandfunk Kultur: Nell Zink liest aus ihrem Buch "Das hohe Lied", Aufzeichnung der Sendung in der Bertelsmann Repräsentanz in Berlin (Deutschlandradio / Christian Kruppa)Nell Zink hat Respekt vor der Punkmusik der frühen Jahre. (Deutschlandradio / Christian Kruppa)

Schweigen ist keine Option

Als Autor und Netzaktivist kämpft Linus Giese für die Rechte von Trans-Personen. Wie er selbst dazu kam, sich zu outen und endlich aussprechen zu können: "Ich bin Linus" – davon berichtet er in seinem Buch.

Im ZDF war Linus Giese zu Gast auf dem Blauen Sofa.   (ZDF (Screenshot))Linus Giese erzählt von dem Tag, als er Linus wurde. (ZDF (Screenshot))

Halb Don Quijote, halb Parzival

Eine "Recherche" über seinen Vater nennt der Schriftsteller Michael Kleeberg sein neues Buch. Es geht um einen Mann, der nach einer Kindheit unter den Nationalsozialisten allen engen Bindungen entkommen und das Glück wie ein Ritter jagen wollte – in einem Abenteuerleben.

Ein Porträt von Michael Kleeberg. (2014) (dpa-Zentralbild/ Arno Burgi)Michael Kleeberg beschreibt seinen Vater als einen "Glücksritter". (dpa-Zentralbild/ Arno Burgi)

Viele Perspektiven auf 75 Jahre CDU

Zahlreiche Aspekte zur Partei- und deutschen Geschichte präsentiert das Buch "Christlich-Demokratische Union", das der CDU-Politiker Norbert Lammert herausgegeben hat. Es behandelt auch aktuelle Fragen, wie Folgen der Coronapandemie für die Akzeptanz der Demokratie.

Norbert Lammert (CDU), Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung (picture alliance / dpa / Christoph Soeder)Norbert Lammert kennt die CDU von der Pike auf. (picture alliance / dpa / Christoph Soeder)

Das Integrationsparadox als Roman

Eine serbische Migrantenfamilie in Wien: Während die Eltern sich abrackern, um das Überleben der Familie zu sichern, stellt Tochter Billy vieles infrage, wofür Vater und Mutter stehen. "Zorn und Stille" ist der zweite Roman der österreichischen Autorin Sandra Gugić.

Sandra Gugić beim Debütantensalon auf dem READ! BERLIN Literatur Festival in der Neuen Odessa Bar. Berlin, 25.04.2015  (imago / Future Image / Frederic)Sandra Gugić zeigt den Generationenkonflikt einer Familie serbischer Herkunft in Wien. (imago / Future Image / Frederic)

Gegen die Logik der Zerstörung

Teilen statt ausbeuten, pflegen statt beherrschen: Die Philosophin Eva von Redecker sieht in den neuen Protestbewegungen vor allem Bewegungen für das Leben. Ihr Buch analysiert die Gefahren des Kapitalismus, dessen Logik das Ökosystem zerstöre.

Die Philosophin Eva von Redecker liest und diskutiert auf der 6. phil.cologne Festival.  (dpa/ Horst Galuschka)Eva von Redecker kritisiert die Wachstumslogik des Kapitalismus. (dpa/ Horst Galuschka)

Den Ost-West-Konflikt in der Kunst verstehen

Das Verhältnis zwischen Künstler und Kritiker untersucht der Kunstwissenschaftler und Journalist Wolfgang Ullrich in "Feindbild werden". Als der Maler Neo Rauch ihm in polemischer Absicht ein Bild widmete, gab es darüber eine Feuilleton-Debatte.

Philosoph und Kunstwissenschaftler Wolfgang Ullrich beim 4. phil.COLOGNE am 22.05.2016 in Köln. (dpa / Horst Galuschka)Wolfgang Ullrich erzählt, wie er zum Feindbild eines berühmten Malers wurde. (dpa / Horst Galuschka)

Eine Frau, die die Welt gestalten will

Die Schweizer Schriftstellerin Zora del Buono erzählt in "Die Marschallin" von einer großbürgerlichen, kommunistischen Arztgattin in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Italien. Es ist die Geschichte einer Frau, die ihren Wunsch nach Macht nur in ihrer Familie verwirklichen kann.

Porträt von Zora del Buono, Autorin und Schriftstellerin. (laif/ SZ Photo/ Anna Weise)Zora del Buono bearbeitet ihre Familiengeheimnisse. (laif/ SZ Photo/ Anna Weise)

Die bewegende Fluchtgeschichte der Anna Seghers

In Mexiko-Stadt treffen sich Anfang der 40er-Jahre viele Exilanten aus aller Welt. Auch der Schriftstellerin Anna Seghers gelingt die Flucht dorthin. Es werden entscheidende Jahre für sie, von denen Volker Weidermanns Buch "Brennendes Licht" erzählt.

Volker Weidermann lehnt sich entspannt über ein rotes Geländer. (laif/Opale/Leemage/ Basso Cannarsa)Volker Weidermann schreibt über Exilanten in Mexiko. (laif/Opale/Leemage/ Basso Cannarsa)

Die Ursprünge des Rechtsterrorismus

Junge Männer, die "Verlierer" sind: Aus diesem Reservoir schöpft der Rechtsterrorismus heute wie vor hundert Jahren. Denn bereits lange vor Hitlers Machtergreifung nahmen politische Morde von rechts ihren Anfang, wie Florian Hubers Buch "Rache der Verlierer" zeigt.

Eine Gruppe Männer in einem Wagen mit Totenkopf Symbol fahren als Freikorps auf den Straßen in Berlin in den 1920er Jahren.   (imago-images)Freikorps auf den Straßen Berlins während der Weimarer Republik. (imago-images)

Arbeitslose – verachtet und gebraucht

In ihrem Buch "Die Elenden" beschreibt die Journalistin Anna Mayr eine Gesellschaft, in der der Wert des Einzelnen vor allem über seine Arbeit definiert wird. Und in der Arbeitslose trotzdem eine wichtige Funktion erfüllen.

Die Autorin Anna Mayr steht vor einer Wand und schaut ernst in die Kamera (Anna Tiessen)Anna Mayr blickt auf die "Elenden" unserer Gesellschaft. (Anna Tiessen)

Wie das Internet die analoge Kunst und Kultur verändert

Theater, Opern, Konzerthäuser: Die Zauberorte der analogen Kultur könnten sich digitalen Wunderkammern öffnen. Um die Möglichkeiten des Internets zu nutzen, braucht es kluge Erlösmodelle, Fantasie und Experimentierbereitschaft, findet der Musikjournalist Holger Noltze.

Der Moderator Holger Noltze im Porträt beim Westdeutschen Rundfunk (2009).  (dpa/ Horst Galuschka)Holger Noltze untersucht, was das Netz mit der Kunst macht. (dpa/ Horst Galuschka)

Wie funktioniert die Frauwerdung?

Literatur, Sex und Widerstand: In "Frausein" will die Autorin Mely Kiyak erkunden, was es bedeutet, in dieser Gesellschaft eine Frau zu sein. Dem westlichen Kontext und Diskurs stellt sie "das sinnliche Erzählen über Sexualität, Lust und Begehren" entgegen.

Mely Kiyak steht in einem Feld und schaut freundlich in die Kamera (Jacqueline Illemann)Mely Kiyak denkt übers "Frausein" nach. (Jacqueline Illemann)

Von Fehltritten und Einschnitten

Neun Geschichten legt Bernhard Schlink mit "Abschiedsfarben" vor. Es geht um Rückblicke, Befreiung und dramatische Wendepunkte. "Wenn das Leben seinen ruhigen Fluss nimmt – darüber muss man nicht schreiben", sagt der Bestseller-Autor.

Portrait von Bernhard Schlink vor einem blauem Hintergrund (laif / Francesca Mantovani)Bernhard Schlink kennt alle möglichen Abschiede. (laif / Francesca Mantovani)

Die universelle Wucht des Schmerzes

2018 fuhr die Schriftstellerin Zsuzsa Bánk mit ihrem Vater an den Balaton, um ihm noch einen "Ungarn-Sommer" zu ermöglichen. Sein Tod und das erste Jahr ihres Abschieds ist Thema von "Sterben im Sommer", einer Mischung aus Trauertagebuch und Journal.

Zsusza Bánk sitzt am Tisch, einen Arm aufgestützt und schaut fröhlich in die Kamera (laif / Gaby Gerster)Zsusza Bánk memoriert das erste Jahr der Trauer. (laif / Gaby Gerster)

Freiräume für ein alternatives Leben

Ein wildes Leben ohne Kompromisse: "Aufprall" schildert das Leben in der Berliner Hausbesetzerszene der 1980er, bis zu deren Scheitern infolge des Mauerfalls. Ein Roman, der eine wahre Geschichte erzählt: "Die Fakten stimmen", sagt Co-Autorin Karin Wieland.

Wandmalereien und kämpferische Slogans an einem besetzten Haus in Berlin 1981 (picture-alliance / dpa)Wandmalereien und kämpferische Slogans an einem besetzten Haus in Berlin 1981 (picture-alliance / dpa)

Warnung vor dem transhumanistischen Zeitalter

Manche Technikgläubige schwärmen vom Eintritt in eine Epoche, in der Menschen mit Maschinen verschmelzen. Der Philosoph Richard David Precht ist nicht gegen künstliche Intelligenz, hält aber diese Vision für "eine Richtung, die niemand unterschreibt".

Richard David Precht schaut freundlich in die Kamera (laif /  Thomas Kost)Richard David Precht wägt das Für und Wider von Künstlicher Intelligenz. (laif / Thomas Kost)

Radikale Vielfalt gegen völkisches Denken

Die Geister der Vergangenheit seien zurückgekehrt, meint der Publizist Max Czollek. In dem Buch "Gegenwartsbewältigung" legt er dar, dass die Konzepte der neuen und alten Rechten nicht zur gesellschaftlichen Realität in Deutschland passen.

Max Czollek steht vor einem geöffneten Fenster und schaut in die Kamera (laif / Amin Akhtar)Max Czollek macht sich Sorgen um die deutsche Demokratie. (laif / Amin Akhtar)

Ein immer repressiveres Regime

Die Sinologin Mareike Ohlberg warnt in ihrem Buch "Die lautlose Eroberung" vor China: Die herrschende KP wolle die Weltordnung zu ihren Gunsten mitbestimmen und für autokratische Regierungen sicherer machen. Das wirke sich auf das Recht eines jeden Menschen aus, frei sprechen zu können.

Die Autorin Mareike Ohlberg sitzt vor einem blauen Hintergrund und lächelt in die Kamera (Hardie Grant)Mareike Ohlberg warnt vor dem Expansionsdrang der chinesischen Regierung. (Hardie Grant)

Warum Minderheiten diskriminiert werden

Der Historiker Wolfgang Benz hat ein Buch mit dem Titel "Vom Vorurteil zur Gewalt" geschrieben. (picture alliance / dpa / Jörg Carstensen)Wolfgang Benz weiß, was Vorurteile mit Gewalt zu tun haben. (picture alliance / dpa / Jörg Carstensen)

Filigrane Flügel und wendige Bewegungen

In seinem ungewöhnlichen Essay "Drei Fliegen" erzählt Nico Bleutge sehr persönlich, wie er zum Schreiben von Gedichten kam und immer noch kommt. Man staunt, wie viele Fliegen der Dichter angeschaut und auch bei anderen Schriftstellern erlesen hat.

Nico Bleutge vor Bäumen und schaut freundlich in die Kamera (laif /  Annette Schreyer)Nico Bleutge betrachtet Fliegen aus allen Blickwinkeln. (laif / Annette Schreyer)

Philosophie verkörpern, nicht nur verkünden

Die vier brillanten Denkerinnen, die der Philosoph Wolfram Eilenberger in dem Buch "Feuer der Freiheit" porträtiert, sind Simone de Beauvoir, Hannah Arendt, Simone Weil und Ayn Rand. Alle mussten in den 1930er-Jahren unter dem Druck der Kollektive ihren Weg finden.

Wolfram Eilenberger (picture alliance / Geisler-Fotopress / Christoph Hardt)Wolfram Eilenberger folgt vier faszinierenden Frauen. (picture alliance / Geisler-Fotopress / Christoph Hardt)

Ein anderer Blick auf Umwelt und Politik

Frank Uekötter will mit seiner Umweltgeschichte "Im Strudel" vermeintliche Gewissheiten aufbrechen. "Wenn wir aus der Vergangenheit etwas lernen müssen, dann vor allen Dingen, wie unterschiedlich Zugänge zu Umweltproblemen sind", sagt der Historiker.

Einblick in die Bodenformationen durch den Abbau an der Goldmine Super Pit in Australien.  (laif/ LEA/ Emile Luider )Die Goldmine Super Pit in Australien zeigt das Ausmaß menschlicher Eingriffe in die Umwelt. (laif/ LEA/ Emile Luider )

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