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Plus Eins | Beitrag vom 17.07.2020

Geschichte einer Wochenbett-DepressionEin schwarzes Loch statt Freude und Glück

Moderation: Caro Korneli

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Eine Frau schaut zwischen dicken Vorhängen zum Fenster heraus. (Imago / photothek / Ute Grabowsky)
Stephanie hatte keine Gefühle für ihr eigenes Kind. Während der Depression dachte sie: Fenster auf, Kind raus, Fenster zu. Dafür schämt sie sich. (Imago / photothek / Ute Grabowsky)

Die Monate nach der Geburt ihrer Tochter wurden für Stephanie Dittebrandt zur größten Krise ihres Lebens. Julia Hahmann warnt, dass Urlaub mit Freunden nur mit gemeinsamen Regeln klappt. Und Lieblingsgast Sascha Wolters verrät, wie er in jeden Club kommt.

Stephanie Dittebrandt hatte gerade ihr Volontariat abgeschlossen und freute sich auf eine Karriere als Journalistin, als sie unerwartet schwanger wurde. Dennoch erwartete sie voller Glücksgefühle die Geburt. Diese verlief dann aber völlig anders als gedacht: Dittebrandt empfand nichts für ihre Tochter, das kleine Wesen auf ihrem Bauch.

Die Wochen und Monate danach mimte sie die glückliche Mutter und fiel immer tiefer in ein schwarzes Loch. Angstzustände bestimmten ihren Alltag, sie konnte weder sich noch das Baby versorgen. Hilfe bekam sie erst in einer Klinik. Der Weg aus der Krise war lang und beschwerlich.

Lieblingsgast Sascha Wolters kennt das Nachtleben der Hauptstadt. Er ist Stammgast in den Clubs und kommt an den meisten Türstehern problemlos vorbei. Im wirklichen Leben ist Sascha aber Literaturwissenschaftler. Irgendwann stieß er auf das Buch "Hannah Arendt auf der Bühne" und erzählte einem befreundeten Theaterintendanten davon, der das Agora Theater im belgischen St. Vith leitet. Gemeinsam mit der Regisseurin Ania Michaelis brachten sie das Hannah Arendt-Stück für Kinder auf die Bühne und gewannen damit den Theaterpreis von Huy.

Bei vielen Menschen ist die Versuchung groß, mit den besten Freunden auch die schönste Zeit des Jahres zu verbringen. Aber mit Freunden in den Urlaub zu fahren, sagt die Soziologin und Freundschaftsforscherin Julia Hahmann, ist etwas anderes, als gemeinsam einen Nachmittag im Park zu verbringen. Gerade Familien haben ihren eigenen Rythmus, ihre eigenen Regeln und Gewohnheiten. Diese Eigenheiten einer anderen Familie muss man kennen, bevor man gemeinsam in den Urlaub fährt. Es helfe, vorher darüber zu sprechen und auch Regeln zu definieren, rät Hahmann.

(nis)

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