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Kulturnachrichten

Montag, 4. Mai 2015

Germanist Eberhard Lämmert gestorben

Lämmert galt als einer der profiliertesten deutschen Literaturwissenschaftler

Der Germanist Eberhard Lämmert, früherer Präsident der Freien Universität Berlin, ist tot. Er starb am Sonntag mit 90 Jahren in Berlin, teilte das Deutsche Literaturarchiv Marbach am Montag mit. Der 1924 in Bonn geborene Lämmert galt als einer der profiliertesten deutschen Literaturwissenschaftler. Er widmete sich vor allem der Sozialgeschichte der Literatur. In Marbach untersuchte er die Rolle der Germanistik in der NS-Zeit. Lämmert war auch Gründungsdirektor des Zentrums für Literaturforschung in Berlin sowie Direktor am Forschungszentrum für Europäische Aufklärung in Potsdam.

Orchestermusiker protestieren gegen TTIP-Abkommen

Ein Kurzauftritt vor dem Kurfürstlichen Schloss in Mainz

Eine ungewöhnliche Protestaktion gegen das transatlantische TTIP-Abkommen hat es heute in Mainz gegeben. Rund 150 Berufsmusiker aller großen öffentlich geförderten Orchester Deutschlands brachten bei einem Kurzaufttritt vor dem Kurfürstlichen Schloss am Rhein ihre Vorbehalte gegen den umstrittenen Freihandelspakt zum Ausdruck. Die Musiker und Chorsänger führten die Europahymne als "Ode an die Politik" mit einem auf die TTIP-Verhandlungen umgedichteten Text auf. "Wir sind keine Handelsware, TTIP bringt uns in Gefahr", hieß es darin. Die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) fürchtet erhebliche Auswirkungen des Abkommens auf die öffentlich finanzierte Kulturszene in Deutschland. Zum Auftakt ihrer diesjährigen Delegiertenversammlung in Mainz und vor der Aufführung am Mainzer Schloss hatten die Vertreter der Orchester eine Resolution verabschiedet, in der unter anderem gefordert wird, den Kulturbereich komplett aus den TTIP-Verhandlungen herauszunehmen. Außerdem mahnen die Musiker größere Offenheit anstelle der bisherigen Geheimgespräche an.

Hörspielpreis der Kriegsblinden für "Ickelsamers Alphabet"

Die Künstlergruppe Liquid Penguin Ensemble freut sich

Der Hörspielpreis der Kriegsblinden geht in diesem Jahr an die Künstlergruppe Liquid Penguin Ensemble für die SR-Produktion "Ickelsamers Alphabet". In dem Hörspiel über den deutschen Grammatiker Valentin Ickelsamer sei es "ein Vergnügen, wie Buchstaben zum Tönen, Singen, Schnurren, Hauchen, Klingen gebracht werden", erklärte die Film- und Medienstiftung Nordrhein-Westfalen heute in Düsseldorf zur Begründung. Die Sprecher wechselten mit Lust zwischen Klängen und Sprachen. Liquid Penguin spiele höchst amüsant mit der Realität von Sprache. Der undotierte Hörspielpreis der Kriegsblinden gilt als einer der renommiertesten Kulturpreise in Deutschland. Er wird am 12. Mai in Köln zum 64. Mal verliehen. Seit 1952 wird der Hörspielpreis der Kriegsblinden jährlich an ein Original-Hörspiel verliehen, das in herausragender Weise die Möglichkeiten der Kunstform realisiert und erweitert. Die Jury unter dem Vorsitz von Anna Dünnebier bestand in diesem Jahr aus sechs Kriegsblinden und acht Fachkritikern.

Mehr als 20 000 Besucher beim Berliner Gallery Weekend

Veranstalter sind zufrieden

Das Berliner Gallery Weekend hat dieses Jahr rund 20 000 Besucher angezogen. Hinzu kamen rund 1200 geladene Sammler, Kuratoren und Kunstexperten aus dem In- und Ausland, wie die Veranstalter heute mitteilten. Sie zogen eine positive Bilanz. "Neben den etablierten Positionen konnten die Besucher in diesem Jahr zahlreiche junge Künstlerinnen und Künstler entdecken", hieß es. Bei der elften Ausgabe des Kunst-Wochenendes hatten seit Freitag 47 ausgewählte Galerien ihre Ausstellungen gezeigt. Auch heute haben noch viele Häuser noch geöffnet, um die Zeit bis zur Biennale von Venedig zu verkürzen. Dort beginnen am Mittwoch die offiziellen Vorschau-Tage.

Grütters fordert Herkunftsforschung bei Kulturgut aus Kolonialzeit

Deutscher Museumsbund tagt in Essen

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hat eine stärkere Forschung zur Herkunft von Kunst und Kultur aus Kolonialzeiten in deutschen Museen gefordert. Die Provenienzrecherche dürfe sich nicht auf die Suche nach NS-Raubkunst beschränken, sondern müsse auch die Kolonialzeiten einbeziehen, sagte Grütters am Montag bei der Tagung des Deutschen Museumsbundes in Essen. Gerade angesichts der Forderungen von Völkern, die vor der Kolonialisierung in bestimmten Gebieten lebten, "stehen wir da wissenschaftlich noch ziemlich am Anfang der Diskussion". Kein Museum könne sich heute "Ignoranz gegenüber der moralischen und ethischen Dimension der Beschaffungspraktiken" leisten.

Constantin Film dreht Film über die NSU

Grundlage ist das Buch von Stefan Aust und Dirk Laabs

Die Geschichte der Terrorzelle NSU soll ins Kino kommen. Erzählt werde von den drei Neonazis, die in den 1990er Jahren eine Terrorgruppe gründeten, raubten, mordeten und Bomben legten. Das teilte Constantin Film heute mit. Grundlage für den Spielfilm ist das Buch "Heimatschutz - Der Staat und die Mordserie des NSU" von Stefan Aust und Dirk Laabs. Die Autoren rekonstruierten darin die Jagd nach den Neonazis und geben Einblick in den Kampf des Bundesamts für Verfassungsschutz gegen den rechten Terror, so die Produktionsfirma. Seit rund zwei Jahren läuft in München ein Prozess, der die Vorwürfe gegen den Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) aufarbeitet. Hauptangeklagte ist Beate Zschäpe. Sie muss sich als Mittäterin an zehn überwiegend rassistisch motivierten Morden und zwei Sprengstoffanschlägen verantworten. Mit auf der Anklagebank sitzen André E. und drei weitere mutmaßliche Helfer und Unterstützer. Constantin hat bereits 2008 Austs Buch "Der Baader Meinhof Komplex" über die Mordtaten der Roten Armee Fraktion (RAF) verfilmt.

Meisterfälscher Beltracchi stellt eigene Werke aus

Farb- und ausdrucksstarke Stilvielfalt

Der als Meisterfälscher bekannt gewordene Künstler Wolfgang Beltracchi präsentiert seine erste Ausstellung in Deutschland nach seiner Haftentlassung. In München werden mehr als 20 Werke Beltracchis in farb- und ausdrucksstarker Stilvielfalt zu sehen und zu kaufen sein. Preisspanne: knapp 8000 Euro bis etwa 70 000 Euro. Die Preise hätten sich im vergangenen Jahr verdoppelt und verdreifacht, so der Galerist Curtis Briggs. Der Titel der Schau "Freiheit" beziehe sich sowohl auf Beltracchis Haftentlassung im Januar - als auch auf die Freiheit, nunmehr seine Bilder unter dem eigenen Namen zu zeigen. Beltracchi hatte bis zu seiner Verhaftung 2010 über Jahrzehnte sein ungewöhnliches Talent eingesetzt, um Bilder im Stil großer Künstler zu malen: Max Ernst, Heinrich Campendonk und Dutzende andere. Er verdiente damit Millionen. Der 64-Jährige und seine Frau Helene wurden 2011 verurteilt, konnten aber im offenen Vollzug weiter arbeiten.

Sachsen-Anhalt baut Theaterpädagogik aus

Auch ein Landeszentrum für Theaterpädagogik soll entstehen

Sachsen-Anhalt baut die Theaterpädagogik aus und stellt dafür 2015/16 zusammen 900 000 Euro zur Verfügung. Mit dem Geld sollen Räume, Ausstattung und neue Projekte gefördert werden, wie Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) heute mitteilte. Im Magdeburger Forum Gestaltung solle ein zudem ein Landeszentrum für Theaterpädagogik eingerichtet werden. Theaterpädagogik findet oft außerhalb klassischer Theater zum Beispiel in Schulen, Jugendzentren oder Krankenhäusern statt und soll unter anderem soziale Kompetenzen fördern.

Umstrittene Mauer-Lücke in Berlin bleibt noch

Es wird von weiteren fünf Jahren ausgegangen

Das vor zwei Jahren unter Protesten entstandene Loch in der weltbekannten Berliner East Side Gallery bleibt bis auf weiteres offen. Es soll solange bleiben, bis ein dort entstehendes Hotel fertig ist. "Wir gehen derzeit von weiteren fünf Jahren aus", sagte der Bezirksbaustadtrat von Friedrichshain-Kreuzberg, Hans Panhoff von den Grünen, heute im Inforadio des rbb. Gegen den Plan, eine Lücke in dem Mauerstück zu schaffen, hatte es wochenlange Proteste mit Tausenden Demonstranten gegeben. Auch der Sänger David Hasselhoff war extra in die deutsche Hauptstadt gereist und sang an der Mauer. Im März 2013 wurde dann eine sechs Meter breite Lücke in das längste noch erhaltene Mauerstück gerissen. Anlass war ursprünglich der geplante Bau eines Wohnhochhauses auf dem früheren Todesstreifen zwischen ehemaliger Hinterlandmauer und Spree. Das Haus ist inzwischen fertig.

"Welt" wieder mit eigenem Hamburger Lokalteil

An sechs Tagen erscheinen jeweils rund acht regionale Seiten

Die "Welt" hat wieder einen eigenen Hamburger Lokalteil. Nach der Auflösung der regionalen Redaktionsgemeinschaft mit dem "Hamburger Abendblatt" hat ein eigenständiges Team wieder die Berichterstattung in Hamburg und Norddeutschland übernommen. Das teilte der Medienkonzern Axel Springer heute mit. Von Montag bis Samstag biete "Die Welt" rund acht Seiten aus der Region. Der Chefredakteur von WELTN24, Jan-Eric Peters, sagte, der Ort sei für den Verlag sehr wichtig. den "immerhin wurde die "Welt" in Hamburg gegründet, diese Verbundenheit hat uns nie ganz losgelassen. Wir freuen uns deshalb sehr, ab sofort wieder mit einer eigenen Redaktion in der Hansestadt vertreten zu sein." Geführt werde das neue Team von Jörn Lauterbach. Die ehemalige Springer-Zeitung "Hamburger Abendblatt" gehört mittlerweile zur Essener Funke-Gruppe.

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