Geplanter Erweiterungsbau für Deutsche Nationalbibliothek soll nicht umgesetzt werden

Der seit Jahren geplante Erweiterungsbau der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig soll nun doch nicht umgesetzt werden. Wie die Nationalbibliothek mitteilte, hat das der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Weimer, entschieden. Weimer argumentierte demnach, eine Sammlung "körperlicher Medienwerke" bis weit in die Zukunft hinein sei nicht mehr zeitgemäß. Die Deutsche Nationalbibliothek solle sich stärker auf die digitale Sammlung konzentrieren. In dem Neubau hätten auch Bestände aus dem klimatisch schlecht geeigneten Altbau verlagert werden sollen, um sie langfristig zu sichern. Wegen des absehbaren Lagerplatzmangels in der Deutschen Nationalbibliothek wurde bereits ab 2018 der neue Magazinbau für die Archivierung geplant. Nach einem europaweiten Wettbewerb erhielt Anfang 2025 ein Dresdner Architekturbüro den Zuschlag. Rund sieben Millionen Euro seien bislang in die Planung des Projekts investiert worden, hieß es. Die Deutsche Nationalbibliothek kritisierte Weimers Einschätzung als zu kurz gegriffen. Die Deutsche Nationalbibliothek sammelt, dokumentiert und archiviert alle Werke in Schrift und Ton, die seit 1913 in Deutschland und weltweit über Deutschland oder in deutscher Sprache veröffentlicht werden. Täglich erhält sie mehr als 13.000 neue Medienwerke, darunter etwa 3.300 analoge Publikationen.