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Aktuell / Archiv | Beitrag vom 30.05.2014

Georg-Büchner-PreisPrägender Poet

Der Lyriker, Prosa- und Hörspielautor Jürgen Becker erhält wichtigste Literaturauszeichnung

Schriftsteller Jürgen Becker liest am 18.03.2014 im Rahmen des internationalen Literaturfestival lit. Cologne. (picture alliance / dpa / Horst Galuschka)
Der Schriftsteller Jürgen Becker bei einer Lesung in Köln (picture alliance / dpa / Horst Galuschka)

Jürgen Becker bekommt den Georg-Büchner-Preis 2014. Das teilte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt mit. Der Schriftsteller sei "eine maßgebliche Stimme der zeitgenössischen Poesie".

Jürgen Becker bekommt den mit 50.000 Euro dotierten Preis, der als wichtigste literarische Auszeichnung in Deutschland gilt. In der Begründung der Jury heißt es unter anderem:

"Jürgen Becker ist eine maßgebliche Stimme der zeitgenössischen Poesie, sein Werk hat die deutschsprachige Dichtung über Generationen entscheidend geprägt. In seinem über Jahrzehnte gewachsenen Werk hat er die Gattungsgrenzen von Lyrik und Prosa beharrlich neu vermessen und verändert."

Der Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Heinrich Detering, bezeichnete Becker im Deutschlandradio Kultur als einen der bedeutendsten deutschen Lyriker der letzten Jahrzehnte. Die außerordentliche Kontinuität seines Schreibens auf immer hohem und höchstem Niveau zeichne den Schriftsteller aus, der ein Klassiker zu Lebzeiten geworden sei.

Grenzgänger der Literaturgattungen

Jürgen Becker, der 1932 geboren wurde, verbrachte seine Kindheit und Jugend in Köln und Erfurt. 1959 begann er für den WDR zu arbeiten, war danach für die Verlage Rowohlt und Suhrkamp tätig.

Bevor Becker als Lyriker bekannt wurde, erregte er mit seinen ersten Prosabänden "Felder" (1964) und "Ränder" (1968) zunächst als Autor experimenteller Texte Aufsehen. In diesen entzog Becker sein Schreiben den Zwängen einer Gattung, erläutert Christian Linder in seinem Porträt des Büchner-Preisträgers im Deutschlandradio Kultur. Statt Anpassung an vorgegebene Formen habe dieser den Prozess der Verschmelzung dieser Formen vollzogen.

Zu Beckers viel beachtetem lyrischen Werk gehören unter anderem die frühen Bände "Das Ende der Landschaftsmalerei" (1974) und "In der verbleibenden Zeit" (1979). Zuletzt ist im Jahr 2012 "Scheunen im Gelände. Gedichte mit Collagen von Rango Bohne" von ihm erschienen.

Leiter der DLF-Hörspielredaktion

Von 1974 bis 1993 leitete Jürgen Becker die Hörspielredaktion des Deutschlandfunks. Er wurde als Lyriker, Hörspiel- und Prosaautor vielfach ausgezeichnet, erhielt unter anderem den Peter-Huchel-Preis (1994), den Uwe-Johnson-Preis (2001), den Hermann-Lenz-Preis (2006) und den Günter-Eich-Preis (2013).

Becker ist Mitglied der Akademie der Künste, Berlin, der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz, und der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

Der Georg-Büchner-Preis wird am 25. Oktober 2014  in Darmstadt verliehen. Im vergangenen Jahr erhielt die Berliner Autorin Sibylle Lewitscharoff die Auszeichnung.

hum

 

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