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Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 02.05.2017

Geologe Stefan Kröpelin In der Wüste mit dem "deutschen Indiana Jones"

Moderation: Susanne Führer

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Stefan Kröpelin in der Sahara, in die er monatelange Expeditionen unternimmt (Foto: Adam Polczyk)
Stefan Kröpelin in der Sahara, in die er monatelange Expeditionen unternimmt (Foto: Adam Polczyk)

Es sind die "weißen Flecken" auf der Weltkarte, wohin es den Geologen Stefan Kröpelin zieht - wie etwa das Ennedi-Plateau im Norden des Tschad. Seit mehr als 40 Jahren bereist er die Sahara, eine der lebensfeindlichsten Regionen der Erde.

"Das Ennedi-Platau ist ein labyrinthisches Sandsteinplateau von der Größe der Schweiz, das man als Garten Eden der Sahara bezeichnen kann, da sich dort aufgrund einer günstigen Grundwassersituation noch Vegetation und Besiedlung erhalten haben. Es gibt eine Tierwelt und unglaublich faszinierende, von prähistorischen Menschen gemalte Felsbilder."

Seit mehr als 40 Jahren begibt sich der Geologe Stefan Kröpelin in eine der lebensfeindlichsten Regionen der Erde: in die Sahara. Einige Wissenschaftler kamen dort um, andere haben vor den schwierigen Bedingungen kapituliert. Die Reise in die Wüste, sagt Kröpelin, erfordert eine sehr aufwendige Vorbereitung.

"Heute haben wir in Ländern wie dem Tschad oder dem Sudan unsere Fahrzeuge. Früher sind wir in langen Konvois mit großen LKWs in Köln oder Berlin gestartet, sind dann übers Mittelmeer nach Alexandria in den Zoll. Wir haben Wochen in Kairo verbracht für die Vorbereitungen, bis wir endlich in die Wüste starten konnten. Ich rechne pro Stunde intensiver Feldforschung mindestens einen ganzen Tag Vorbereitungszeit."

Menschheitsgeheimnisse im Tschad

Kröpelin - Kollegen nennen ihn scherzhaft den deutschen "Indiana Jones" - hat dagegen bewiesen, dass Orte wie die Ounianga-Seen im Tschad wahre Menschheitsgeheimnisse in sich tragen wie etwa ein Klimaregister der vergangenen 10.500 Jahre.

"In unseren Bohrkernen befinden sich Pollen, die etwas über die Veränderung der Vegetation erzählen. In diesem Klimaarchiv ist jedes wichtige Ereignis festgehalten, bis heute."

Und er konnte erreichen, dass das Seengebiet 2012 zum ersten Unesco-Welterbe des Landes ernannt wurde.

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