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Studio 9 - Der Tag mit ... | Beitrag vom 04.03.2021

Gender Pay GapEU-Kommission: Initiative für geschlechtergerechte Löhne

Bascha Mika im Gespräch mit Korbinian Frenzel

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Demonstration für geschlechtergerechte Löhne: Eine Köchin und ein Koch zeigen mit Schildern, dass der Lohnunterschied zwischen beiden 15 Prozent beträgt. (picture alliance / dpa / Bernd von Jutrczenka)
Demonstration in Berlin für geschlechtergerechte Löhne: In Deutschland verringert sich der Gender Pay Gap seit Jahren kaum. (picture alliance / dpa / Bernd von Jutrczenka)

Frauen und Männer sollen gleichen Lohn für gleiche Arbeit erhalten: Dafür setzt sich die EU-Kommission ein. Mehr Diversität in Unternehmen und Lohngleichheit sei gut für Frauen, aber auch für das Bruttosozialprodukt, sagt die Journalistin Bascha Mika.

Die EU-Kommission legt einen Richtlinienentwurf für geschlechtergerechte Löhne vor. Ziel ist, der immer noch oftmals unterschiedlichen Bezahlung von Männern und Frauen entgegenzuwirken.

Diese Einkommenslücke, den sogenannten Gender Pay Gap, gibt es auch in Deutschland. Bei gleicher Tätigkeit und vergleichbarer Qualifikation verdienen Frauen im Schnitt rund sechs Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen.

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Insgesamt liegt ihr Lohnniveau sogar rund 19 Prozent unter dem der Männer - weil sie oft in Branchen wie der Pflege beschäftigt sind, in denen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weniger als anderswo verdienen.

Frauen wählten oftmals die aus finanzieller Perspektive falschen Berufe, sagt die Journalistin Bascha Mika. Und sie stiegen nicht selten zeitweise während der Familiengründung aus ihrem Beruf aus - während Männer genau dann Karriere machten. Aber die Lohnlücke komme auch deswegen zustande, weil Frauen oft ein "unverschämt niedriger Lohn" bei Gehaltsverhandlungen angeboten werde, kritisiert die ehemalige Chefredakteurin von taz und Frankfurter Rundschau.

Die Initiative der EU-Kommission findet Mika vor diesem Hintergrund "großartig" - sie frage sich nur, wie lange die Bundesregierung nun brauchen werde, um diese auch umzusetzen, so Mika.

"Es passiert viel zu wenig und es passiert viel zu langsam"

"Es passiert viel zu wenig und es passiert viel zu langsam und die Widerstände sind noch immer wahnsinnig groß", kritisiert die Journalistin. Und das, obwohl alle wüssten, dass mehr Diversität in den Unternehmen und eine bessere Bezahlung von Frauen zu einem höheren Bruttosozialprodukt führten.

Nach neuen Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) ist die Lohnkluft zwischen Frauen und Männern in Deutschland eine der größten in Europa. Sehr viel besser sieht es demnach in den nordeuropäischen Staaten Dänemark, Norwegen, Finnland und Schweden aus.

Der Gender Pay Gap verringere sich seit Jahren in Deutschland kaum, so das DIW. In Schweden liegt er hingegen momentan bei rund zwölf Prozent.

(ahe)

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