Gemälde aus dem Müll entpuppt sich als NS-Raubkunst

    Dieses Foto zeigt die Rückansicht des Gemäldes „Porträt eines jungen Mädchens“ des niederländischen Künstlers Toon Kelder mit dem Verweis auf die Sammlung des jüdischen Kunsthändlers Goudstikker
    Einen ähnlichen Aufkleber entdeckte der Finder auch bei seinem Bild vom Müll. © AFP / HANDOUT ARTHUR BRAND
    Wieder einmal schreibt ein Gemälde Geschichte, das einmal dem jüdischen Sammler Jacques Goudstikker gehörte. Und wieder ist es der niederländische Kunstdetektiv Arthur Brand, der das Werk als NS-Raubkunst identifizierte. Wie es dazu kam, erzählte zuerst die Zeitung "De Telegraaf" und jetzt auch "Artnews". Hier die wichtigsten Stationen: Ein Amsterdamer Bürger entdeckte vor Jahrzehnten ein Bild auf einem Müllhaufen am Straßenrand, nahm es mit und stellte es jahrelang in den Keller. Als der Telegraaf über die Entdeckung eines Goudstikker-Gemäldes im Haus von Nachkommen eines SS-Kollaborateurs berichtete, fiel ihm ein: Auch sein Bild vom Müll hatte einen Vermerk mit dem Namen Goudstikker auf der Rückseite und sogar eine Inventarnummer. Er sei geschockt gewesen und habe realisiert, dass das Gemälde unbedingt an die Erben zurückgehen müsse, erzählte Robert van der Hoek. Also meldete er sich beim Telegraaf, der mit Hilfe des Kunstdetektivs Brand feststellte: Es handelt sich um eine Kirchen-Innenansicht des Malers Hendrick van der Burgh, das der jüdische Sammler wahrscheinlich um 1925 erworben hat. Jetzt wird es tatsächlich an die Erben zurückgegeben.