Gekaufte Wissenschaft

Dürfen Hochschulinstitute von Konzernen finanziert werden? © picture alliance / dpa / Josef Horazny
Von Agnes Handwerk und Harrie Willems · 27.10.2011
In dieser Woche wurde das Institut für Internet und Gesellschaft an der Humboldt-Universität Berlin eröffnet. Es soll die Auswirkungen des Internets auf die Gesellschaft erforschen. Kritiker bemängeln die komplette Finanzierung des Instituts durch den Internetkonzern Google. Das ist kein Einzelfall.
Besonders viele Kooperationen mit Unternehmen finden sich in den Wirtschaftswissenschaften. Doch gerade hier erscheint es bedenklich, wenn ganze Institute von Banken finanziert werden, die so maßgeblich an der Ausrichtung der Forschung mitwirken.

Denn die Finanzkrise hat gezeigt: Die wirtschaftswissenschaftliche Forschung hat nur wenig Wissen über die derzeitigen Märkte hervorgebracht. Die erforschten Modelle aus der Finanzmathematik werden immer komplexer, bieten aber nur kaum Lösungsansätze für die aktuellen Probleme. Die absolute Fokussierung der Hochschulen auf Drittmittel, hat auch hier dazu beigetragen, dass notwendige kritische Diskurse ausblieben.

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