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Tonart | Beitrag vom 16.08.2019

Geigerin Juliane Manyak über ihr Kinderbuch"Ich bin überzeugt, dass Musik Kindern gut tut"

Juliane Manyak im Gespräch mit Carsten Beyer

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Die Illustration der Zeichnerin Lara Faroqhi zeigt die Trommel Rapauke und einen Jungen, der auf ihr spielt.   (Lara Faroqhi / Jacoby & Stuart)
"Ich wollte kein Sachbuch schreiben. Kinder muss man auf einer anderen Ebene abholen, damit sie Begeisterung erleben", sagt Juliane Manyak. (Lara Faroqhi / Jacoby & Stuart)

Seit einigen Jahren gibt das Berliner Rundfunkorchester speziell Konzerte für Kinder. Die Geigerin Juliane Manyak hat dazu ein Kinderbuch veröffentlicht mit der Hauptfigur dieser Konzertreihe: einer Trommel namens Rapauke.

Das Rundfunkorchester Berlin hat sich mit einer Konzertreihe vorgenommen, Kinder an klassische Musik heranzuführen: "Rapauke macht Musik" heißt sie und existiert seit 2013. Die Konzerte sind fast immer ausverkauft und bestehen aus Musik, Geschichten und Bewegungsspielen.

Zu dieser Reihe hat die Geigerin Juliane Manyak, die selbst im Rundfunkorchester spielt, ein Buch geschrieben. Hauptfigur ist Rapauke, eine weiß-rote Trommel, die die Kinder als Identifikationsfigur durch das Konzert begleitet.

Ein Kinderbuch zu schreiben sei eine naheliegende Idee gewesen, erzählt Manyak: "Kinder lieben Geschichten, lieben es, vorgelesen zu bekommen, begeben sich gerne in die Welt der Fantasie. Und Rapauke eignet sich dafür ganz hervorragend. Er ist auch ein kindliches Geschöpf."

Wie kann man Kinder für Musik begeistern?

Manyak wusste: "Ich wollte kein Sachbuch schreiben. Kinder muss man auf einer anderen Ebene abholen, damit sie Begeisterung erleben."

Wie kann man Kinder für Musik, für das Spielen von Musikinstrumenten begeistern? Um dies zu lernen, ging Manyak in Schulen, Kitas und Kindergärten und sprach mit den Kindern über ihre Vorlieben. Außerdem befragte sie ihre eigenen Kinder, die selbst Musikinstrumente spielen.

Die Trommel Rapauke aus dem Kinderbuch von Juliane Manyak.  (Lara Faroqhi / Jacoby & Stuart)Die Illustratorin des Buches hat mit der Farbe etwas gespart, damit die Kinder die Bilder weiter bemalen können. (Lara Faroqhi / Jacoby & Stuart)

Die besonderen Illustrationen steuerte Lara Faroqhi bei: "Sie hat geschafft, was mir am Herzen lag: Die Klangfarben und Klänge, die beschrieben werden, visuell umzusetzen. Sodass man sie intuitiv erfasst." So seien die Holzbläser in typisch französischen blau-roten Farben gehalten, man denke intuitiv an Versaille, erklärt Manyak.

"Ich habe auch nicht immer gerne geübt"

Außerdem hat die Illustratorin mit der Farbe etwas gespart, damit die Kinder die Bilder weiter bemalen können. "Es soll die Fantasie beflügeln und beim zweiten Anschauen entdeckt man andere Details."

Das Buch ist Manyaks Plädoyer, sich mit klassischer Musik zu beschäftigen. Sie weiß aus eigener Erfahrung und jener ihrer Kinder, dass das Erlernen eines Instruments nicht immer nur Freude macht. "Ich habe auch nicht immer gern geübt. Und meine Kinder muss ich auch daran erinnern." Aber ein Musikinstrument zu lernen sei auch eine Beschäftigung mit sich selbst, eine Reflexion. "Ich bin fest davon überzeugt, dass das den Kindern gut tut."

Juliane Manyak: "Mit Rapauke im Land der Musikinstrumente" 
Jacoby & Stuart Verlag 2019, 96 Seiten, 14 Euro

(aba)

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