Seit 01:05 Uhr Tonart

Montag, 17.06.2019
 
Seit 01:05 Uhr Tonart

Zeitfragen / Archiv | Beitrag vom 11.06.2018

Geförderte RückkehrerZermürbt vom deutschen Asylverfahren

Von Klaus Schirmer

Podcast abonnieren
Vor der Rückkehr in den Irak: das Ehepaar Dosht mit zwei ihrer drei Kinder (Klaus Schirmer)
Vor der Rückkehr in den Irak: das Ehepaar Dosht mit zwei ihrer drei Kinder (Klaus Schirmer)

Finanzielle Unterstützung gegen Verzicht auf Asyl: Zehntausende haben im vergangenen Jahr die Rückkehr in ihr Heimatland angetreten, gefördert vom deutschen Staat verzichten sie auf ein Asylverfahren. Oftmals nach jahrelangem Stillstand.

Viele Klagen gegen Asylbescheide des BAMF sind vor den deutschen Verwaltungsgerichten anhängig. Um diese Zahl abzubauen und um Abschiebungen zu vermeiden, wirbt die Bundesregierung für die freiwillige Rückkehr: Finanzielle Unterstützung gegen Verzicht auf Asyl und Rechtsmittel. 17.000 freiwillige geförderte Rückkehrer hat die Statistik für das erste Halbjahr 2017 erfasst.

Rückkehr ist kostengünstiger als Abschiebung

Im Jahr 2016 kehrten 54.000 Flüchtlinge mit staatlichen Förderprogrammen in ihre Heimatländer zurück, dem gegenüber stehen 27.000 Abschiebungen. Quer durch alle Parteien wird die geförderte Rückkehr der Abschiebung vorgezogen, weil sie für alle Beteiligten weniger belastend, besser planbar und für den Staat um ein Vielfaches kostengünstiger ist. Dafür gibt es bundesweit inzwischen 1600 Rückkehrberatungsstellen.

Und das Programm "Starthilfe Plus": Es soll einerseits Flüchtlinge finanziell belohnen, die ihren Asylantrag noch während des laufenden Verfahrens zurückziehen. Andererseits soll es abgelehnte Flüchtlinge dazu animieren, ihre Klage gegen den negativen Bescheid wieder zurückzunehmen.

Der 26-jährige Yama Sadat vor seiner Rückkehr nach Kabul (Klaus Schirmer)Der 26-jährige Yama Sadat vor seiner Rückkehr nach Kabul (Klaus Schirmer)

Wer geht freiwillig in ein Kriegs-oder Krisengebiet zurück, das er oft unter hohem Risiko verlassen hat? Was passiert in Deutschland zwischen Ankunft und Abschied? In seinem Feature stellt Klaus Schirmer unter anderem das irakische Ehepaar Dosht mit seinen drei Kindern und den jungen Afghanen Yama Sadat vor.

Komplettes Manuskript des Features als PDF-Dokument

Wir funktioniert Rückkehrhilfe? Der Feature-Autor Klaus Schirmer im Gespräch mit Zeitfragen-Redakteurin Constanze Lehmann:
(Wiederholung vom 21.08.2017)
Mehr zum Thema

BAMF-Skandal und Streit um Ankerzentren - Braucht es einen Neustart der Asylpolitik?(Deutschlandfunk, Kontrovers, 04.06.2018)

Integration auf dem deutschen Arbeitsmarkt - Jeder vierte Geflüchtete bereits im Job(Deutschlandfunk Kultur, Interview, 31.05.2018)

Abgeschoben aus Deutschland - Perspektivlos in Afghanistan
(Deutschlandfunk Kultur, Weltzeit, 28.02.2017)

Rückkehr in den Krieg - Afghanistan, ein Land am Abgrund
(Deutschlandfunk Kultur, Weltzeit, 31.10.2016)

Zeitfragen

Ein Leben lang zum ZahnarztDie Angst vor dem Bohrer
Die Zahnarztbesuche in der Kindheit können zu bleibenden Erinnerungen werden und spätere Angst und Trauma in Bezug auf die Zahnbehandlung auslösen. (imago/ Joker/ Gudrun Petersen)

Für viele ist es wohl mit eine der schlimmsten Kindheitserinnerungen – der Besuch beim Zahnarzt. Grelles Licht, dröhnender Bohrer und Zähne ziehen. Manche sind bis heute davon traumatisiert, aber es gibt Zahnarztpraxen, die helfen. Mehr

Mit Nanoteilchen gegen TumoreHitze im Kampf gegen Krebs
Nanoteilchen für die Wärmetherapie. (Martin Mair)

Bei einer Wärmetherapie wird ein Tumor mit Hitze bekämpft und kann ein Baustein in der Krebsbehandlung sein. Weltweit versuchen Forscher und Forscherinnen, die experimentelle Methode zu verbessern. In Berlin setzt man dabei auf Nanomagnete.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur