Gedenkstättenkonzeption des Bundes weiter in der Kritik

    Ein Graffiti mit dem Schriftzug "decolonize the city" wurde an eine Botenpfeiler gesprüht.
    Dekolonisierung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, findet der Verein "Decolonize Berlin". © picture alliance / dpa / dpa-Zentralbild / Paul Zinken
    Kolonialismus muss als Teil deutscher Gewaltgeschichte in die Gedenkstättenkonzeption des Bundes aufgenommen werden. Dieser Überzeugung ist der Verein "Decolonize Berlin", der dazu schon im Dezember einen offenen Brief initiiert hat. Der wurde nun an den Vorsitzenden des Ausschusses für Kultur und Medien des Bundestages, Sven Lehmann von den Grünen, übergeben. Inzwischen haben sich den Erstunterzeichnenden nochmals 300 Menschen aus Wissenschaft, Kultur und Erinnerungsarbeit angeschlossen. Die Historikerin Manuela Bauche etwa argumentiert, Kolonialismus als systematische Entrechtung von Millionen Menschen wirke in globalen Strukturen ökonomischer Ungleichheit und in Rassismus fort. Dem Bund kommt ihrer Meinung nach die politische und historische Verantwortung zu, für die Auseinandersetzung mit diesem staatlichen Unrecht Mittel zur Verfügung zu stellen. Die Neufassung der Gedenkstättenkonzeption wurde Ende 2025 vom Bundeskabinett gebilligt. Kulturstaatsminister Weimer hatte danach erklärt, dass die Regierung die Auseinandersetzung mit der deutschen Kolonialgeschichte in einem "eigenständigen Konzept" unterstützen möchte.