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Studio 9 | Beitrag vom 13.07.2014

FussballMal hauchdünn, mal haushoch

Rückblick auf historische WM-Spiele gegen Argentinien

Von Wolf-Sören Treusch

Bundeskanzler Helmut Kohl gratuliert dem Spielführer der argentinischen Fußballnationalmannschaft, Diego Maradona, nach dem Sieg im Finale um die WM in Mexiko Stadt am 29. Juni 1986. (picture alliance / dpa)
Bundeskanzler Helmut Kohl gratuliert dem Spielführer der argentinischen Fußballnationalmannschaft, Diego Maradona, nach dem Sieg im Finale um die WM in Mexiko Stadt am 29. Juni 1986. (picture alliance / dpa)

Deutschland zauberte, Argentinien taktierte sich ins Endspiel. Sind Gewinner und Verlierer also schon vor dem Finale klar? Ein Rückblick auf vergangene WM-Spiele gegen Argentinien zeigt: Geduld ist gefragt.

Sechs Mal trafen Deutschland und Argentinien bei einer Fußball-Weltmeisterschaft aufeinander: je zwei Mal im Endspiel, in der Vorrunde und im Viertelfinale. Zuletzt 2010 in Südafrika. Damals ging die deutsche Mannschaft bereits nach drei Minuten in Führung – nach einem Freistoß.

"Schweinsteiger, bringt den Ball an den kurzen Pfosten, Tooor. Tor für Deutschlaaaand. Und es war wieder einmal der Müller. – Müllerrrrrrrr mit einem unglaublichen Tor. Ja, schlafen die denn noch, die Argentinier?"

Superstar Messi abgemeldet, die deutsche Mannschaft wie im Rausch: am Ende gewann sie auch in der Höhe verdient mit 4:0.

"Star des Spiels war eindeutig wieder mal die Mannschaft, jeder haut sich für die Sache rein, ist ja der Wahnsinn, was hier passiert ist."

Die anderen Spiele gegen die Argentinier waren da schon sehr viel enger. Zum Beispiel im Viertelfinale der Heim-WM 2006. Es kam zum Elfmeterschießen: Argentiniens Schützen zeigten Nerven.

Später Ausgleich 1986 in Mexico City

Cambiasso, mit links, Lehmann hält, wir sind im Halbfinale.

"Wir wollen mehr, wir wollen das Ding da. Okay? Riesenkompliment, affengeil, Regeneration."

Der Kampf um "das Ding da". Erstmals traf man sich 1986 in Mexiko-City zum Endspiel. Wieder führten die Südamerikaner, sogar schon mit 2:0, wieder erzielten die Deutschen spät den Ausgleich. Wieder nach einem Standard.

"Eckball von Brehme nach innen, Kopfballchance Berthold und Tooor, Rudi Völler 2:2."

"Man hat gedacht, jetzt sind sie angeknackst, jetzt können wir das 3:2 machen."

Doch quasi im Gegenzug ein genialer Pass des überragenden Maradona, ein letzter Sprint von Burruchaga.

"Der Ball ist im deutschen Tor."

"Verdienteren WM-Sieg habe ich noch nie gesehen"

... und Argentinien war Weltmeister. Vier Jahre später jedoch, im Finale von Rom, drehte das Team von Franz Beckenbauer den Spieß um. Erneut fiel die Entscheidung erst kurz vor Schluss. Erneut durch einen Standard, einen Elfmeter.

"Jetzt ist der Ball freigegeben worden, rechter Fuß und Tooooor."

"Jaaaa, Tor für Deutschland, 1:0 durch Andreas Brehme."

"Wir haben von der ersten bis zur letzten Minute auf ein Tor gespielt, die Argentinier sind kaum in unsere Tornähe gekommen, also einen verdienteren WM-Sieg habe ich noch nie gesehen."

Die WM-Geschichte der beiden Kontrahenten zeigt: Geduld ist heute Abend gefragt. So einfach, wie beim 4:0-Erfolg vor vier Jahren, wird es bestimmt nicht wieder. Damals schwärmte die Bundeskanzlerin für die deutsche Mannschaft. Heute vielleicht auch?

"Ein einfacher Traum. Wie abgeklärt und ruhig die dann ihre Chancen nutzt, hinten den Argentiniern auch keinen Raum gelassen hat, also ich bin einfach nur begeistert. Tolle Sache."

Mehr zum Thema:

Ängste, Visionen und Theorien über das große Finale (Deutschlandradio Kultur, Aus den Feuilletons, 13.07.2014)

Fußball-WM - Unangenehm viele Tore (Deutschlandradio Kultur, 12.07.2014, Studio 9)

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