Fücks: Bündnis 90/Die Grünen sind keine Blockpartei

Bündnis 90/Die Grünen sind aus Sicht des grünen Politikers Ralf Fücks eine eigenständige Partei und keine Blockpartei. Sie würden je nach dem Wahlausgang die Koalitionen eingehen wollen, in denen ein Maximum grüner Politik umgesetzt werden könne, sagte der Vorsitzende der Heinrich-Böll-Stiftung, Ralf Fücks, am Samstag im Deutschlandradio Kultur. Schwarz-grün wie in Hamburg sei dabei möglich, wenn es damit um "einen Richtungswechsel in der Hamburger Politik" gehe und nicht um eine bloße Mehrheitsbeschaffer-Rolle von Bündnis 90/Die Grünen.
Vor dem Hintergrund der schwierigen Regierungsbildung in Hessen betonte Fücks, dass auch eine Zusammenarbeit mit der Partei Die Linke "kein Tabu, kein Berührungsverbot" sei. Er halte das aber für "die unwahrscheinlichste" aller Koalitionen: "Wenn man den Eindruck erweckt, dass man für einen Linksblock antritt mit SPD und Linkspartei, dann ist es das sicherste Rezept für die Niederlage."

Aus Sicht des Vorsitzenden der Heinrich-Böll-Stiftung kommt es darauf an, wie man die politischen Werte einer Partei in konkrete Politik übersetzt: "Letztlich wählen die Bürgerinnen und Bürger ja zu Recht diejenigen, die Lösungen für konkrete Probleme erarbeiten und sich damit dem politischen Wettbewerb stellen." Im Zentrum grüner Politik stehe die ökologische Frage. Sie sei aktueller denn je und "die entscheidende Herausforderung, vor der die Welt in den nächsten Jahrzehnten steht."