Klimaschutz in Baden-Württemberg

So will Freiburg klimaneutral werden

06:42 Minuten
Eine Karte des geplanten Wohngebietes Freiburg-Dietenbach.
Freiburg braucht dringend neuen Wohnraum: In dem neuen Stadtteil Dietenbach soll dieser klimaneutral entstehen. © picture alliance / dpa / Patrick Seeger
Martin Horn im Gespräch mit Julius Stucke · 24.03.2022
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Freiburg hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis 2038 klimaneutral zu sein. Dafür soll ein komplett neuer Stadtteil auf der grünen Wiese gebaut werden. Warum er das für eine gute Idee hält, erklärt Oberbürgermeister Martin Horn.
Was ist alles möglich und was ist nötig, damit Städte und Kommunen klimaneutral werden? Darüber tauschen sich beim digitalen "Kongress Klimaneutrale Kommunen" Expertinnen und Experten aus Politik, Stadtplanung und Wissenschaft aus. Mit dabei ist auch Martin Horn, Oberbürgermeister von Freiburg im Breisgau, einer Stadt, die sich seit Jahren “Green City” nennt.
Freiburg hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2038 klimaneutral zu werden. Dass das ein ambitioniertes Ziel ist, wird an folgender Antwort des Oberbürgermeisters deutlich: Die Stadt habe zwei Umweltinstitute untersuchen lassen, was zu tun sei, um bis 2030 Klimaneutralität zu erreichen, berichtet er. “Die wissenschaftliche Antwort war: Wir schaffen das nicht, Stand heute – keine Chance.”

Klimaneutraler Stadtteil

Konkret soll in Freiburg beispielsweise mit Dietenbach ein neuer klimaneutraler Stadtteil entstehen – auf der grünen Wiese. “Das war eine sehr umstrittene Frage, auch in Freiburg: Wie kann man auf 108 Hektar neu bauen, wenn es gerade um Flächenversiegelung geht?”, so Horn. Der Wohnraum werde aber dringend gebraucht. Durch energetische Standards soll deshalb die Klimaneutralität gewährleistet werden.
Zu den Maßnahmen für Klimaneutralität zählt beispielsweise ein Niedertemperaturnetz, das aus einem großen Abwasserkanal Temperatur zieht und so den Stadtteil im Sommer kühlt und im Winter wärmt. Außerdem werde in Dietenbach zwar neu gebaut, aber so effizient, dass es besser sei, als die Fläche im Umland zu versiegeln, betont Horn.

Bessere Verbindungen für Pendler

Freiburg hat bereits viel Geld in den Fuß- und Radverkehr investiert. Innerhalb der Stadt würden auch die meisten Wege mit dem Fahrrad, zu Fuß, mit der Straßenbahn oder mit dem Bus zurückgelegt, berichtet der Oberbürgermeister.
Allerdings sei es eine große Herausforderung, dass 70.000 Menschen nach Freiburg ein- und auspendeln. Durch beispielsweise eine bessere Taktung der öffentlichen Verkehrsmittel könnten mehr Leute vom Auto auf klimafreundlichere Verkehrsmittel umsteigen. Dafür sei es aber nötig, dass von Landes- und Bundesseite nicht nur neue Strecken finanziert werden, so Horn. Diese müssten auch im Betrieb ausreichend finanziell gefördert werden.
(jfr)

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