Frauen-Porträts auf Arte

Ein Oligarch macht auch nicht glücklich

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Russische Frauen versprechen sich Luxus, aber einfach auch Absicherung von der Hochzeit mit einem Oligarchen. Es kann aber auch anders kommen. © Imago / Itar-Tass
Sabine Adler im Gespräch mit Nana Brink · 18.08.2015
Die russischen Filmemacher Alexander Gentelev und Viktoria Kurakowa porträtieren russische Frauen auf der Suche nach einem reichen Beschützer. Sie zeigen auch, was passiert, wenn diese Ehen scheitern.
Natalja Potanina, Ex-Ehefrau des reichsten Mannes Russlands, Wladimir Pontanin, gewährt nicht nur Einblick in das Familien-Anwesen, sondern in ihr Seelenleben. Als erste Oligarchenfrau bricht sie das Gesetz, eine Scheidung nicht einfach hinzunehmen. Sie prozessiert. Olena dagegen hat sich in ihr Schicksal gefügt, einen neuen, weniger reichen Mann gefunden und ist erstmals glücklich. Mascha fährt nach Moskau, um im Pool der 2000 bis 3000 Oligarchen zu fischen. In einer Agentur lernt sie, wie und wo sie es anstellen muss. Doch sie hat keinen Erfolg. Ihr fehlt der Wow-Faktor, wie sie erfährt.
Die russischen Filmemacher Alexander Gentelev und Viktoria Kurakowa zeigen die wachsende Kluft zwischen arm und reich, erklären, dass die mangelhafte soziale Absicherung, vor allem aber der fehlende Rechtsstaat das Bedürfnis nach der schützenden, starken Hand auslöst. Porträtiert werden Frauen, die willig in die Rolle des schmückenden Beiwerks schlüpfen. Sie müssen erleben, wie aus ihren Ehemännern Gegner und Feinde werden, die sie brutal einschüchtern und aus dem Weg zu räumen versuchen, um ihnen so wenig wie möglich von den riesigen Vermögen zu überlassen.

"Oligarchenfrauen – Russland, die Milliarden und die Liebe", arte, 2015, 85 min, Erstausstrahlung 18.08.2015